Kraszewski Reise 1841 (2)

 

Auszug aus:  DAS AUSLAND*, Ausgaben vom 25., 26., 28., 30., 31.10. 1841[1]

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Józef Ignazy Kraszewski  (1812 - 1887)

Erinnerungen an Wolhynien, Podlachien und Litthauen

Eintritt in Wolhynien

Auf halbem Wege nach Szepetowka im Walde traf ich abermals auf malerisch zwischen den Bäumen hervorstehende Felsen, deren Anblick mich schon in Korec so erfreut hatte. Szepetowka, ein kleiner, nur durch seine Mineralwasser berühmter Ort, wohin im Sommer diejenigen sich begeben, die in das Ausland nicht gehen wollen oder nicht können, liegt im Walde mitten unter Hügeln. Eine Kirche mit einem grünen Dach, und von außen mit Heiligenbildern bemalt, wie dieß hier Sitte ist, einige nach einem Brande frisch aufgebaute Schenken, einige recht ordentliche Gebäude und Berge in der Ferne, das ist das ganze Szepetowka. Keine Alterthümer, keine Erinnerungen, außer einem Gefecht von Partisanen aus den letzten Jahren des 18ten Jahrhunderts. Es war schon später Abend, als ich hier ankam, und ich ließ möglichst schnell füttern, um noch weiter zu kommen. Ich fragte über die dießjährige Zahl der Gäste, deren Spuren zum Theil an den Scheiben bemerklich waren, zum Beweise, daß sie ihre Zeit nicht umsonst verloren hatten; ich betrachtete das hiesige Volk, sein Fuhrwerk, seine Pferde, seinen Anzug und sein Gespann, denn dort fährt man nicht wie in Litthauen und Polesien einspännig, sondern die Bauern spannen drei bis vier Pferde an, - ein gutes Zeichen für ihre Wohlhabenheit. Hier theilt man das Feld nicht in Schläge ein, und drei oder vier Paar Ochsen ziehen den Pflug auf dem fetten, schwarzen wolhynischen Boden. Ich freute mich des Eintritts in dieses Land, dem die Natur seine Gaben nicht knapp zumaß, und dem nur noch Bewegung, Handel und allgemeine Bildung fehlt. (…)

Schon in starker Dämmerung fuhr ich in die Berge hinein, welche Szepetowka von Horodyszcze trennen. Die Berge hatten etwas Furchtbares für mich, weil ich, ein Bewohner des flachen Landes, sie zum erstenmal in meinem Leben zu übersteigen hatte; indeß war ich weniger erschrocken als traurig, weil die Dunkelheit mir die Aussicht benahm, und ich eilen mußte. Wir kamen allmählich tiefer in die Berge, der Abend sank nieder und die Wäldchen, durch welche die Lichter hindurch schimmerten, zeigten mir endlich Horodyszcze und mein Nachtlager an. Die Lage dieses Ortes ist eine der schönsten in diesen Gegenden. Auf einem hohen Berge steht eine alte gemauerte Kirche mit einem Kloster der Karmelitermönche, an seinem Fuße ein großer Teich, weiterhin malerische Berge, bedeckt mit hochstämmigen Eichen, aus denen die Kirche hervorragt. Dieser Berg, dieß Wasser, der Wald und das mächtige Klostergebäude auf einer bedeutenden, die Umgegend beherrschenden Höhe bilden ein schönes Landschaftsgemälde. Die Wohnungen liegen zerstreut zwischen dem Gebüsch am Teich. Für mich gewann Horodyszcze noch einen Reiz durch den lieblichen Abend – die Lichter in den Häuschen, die Sterne am Himmel, alles das widerstrahlt im Teiche und vergrößert, wie gewöhnlich in der Nacht die Gegenstände sind, deren Entfernung man nicht mehr gut bemessen kann – alles dieß gab ein reizendes Bild.

Als ich auf die am Berge der Kirche gegenüber liegende Schenke zufuhr, weckte mich der Bauer, der mich fuhr, aus meiner Träumerei. Beim Vorüberfahren an dem Teiche blickte er nach der Kirche, wandte sich dann zu mir und sagte: „ Die Kirche, deren Gipfel Sie hier im Eichenwalde jenseits des Teichs sehen, stand auch einst auf dem Berge, wo jetzt das Kloster ist. Aber einstmals in der Kharwoche bewegte sie sich Abends von ihrem Sitz, rückte den Berg hinab, fuhr über den Teich und blieb da stehen, wo sie jetzt steht. Zum Beweis davon schwimmt jetzt noch in dem Teich einer der Balken der Kirche, den sie beim Ueberfahren unbedachtsamer Weise fallen ließ.“ Diese Sage ergötzte mich ungemein; ein solches Theilchen aus dem Schatze der Sagen und Lieder des Volks, die dem schweigsamen Dorfbewohner so schwer abzufragen sind, da er für seine Schätze nur das Lachen des Unglaubens und der Verachtung befürchtet, machte mich munter, und erweckte mir  tausenderlei Gedanken. Doch ward mein guter Humor etwas herabgestimmt, als ich in die ungeheure, kalte Schenke voll besoffener Leute trat. Allerdings traten mir die Juden ihr bestes Zimmer ab, worin ihre Vorräthe von Theer, Talg, Nudeln und Kartoffeln lagen, aber leider plagten mich die unreinlichen Betten und die Aussicht auf eine Abtheilung Husaren, welche in der Nacht kommen sollte, entsetzlich,

Ich büßte für die Freude, die ich über die Sage von der wandernden Kirche des h. Nikolaus empfunden, dadurch, daß ich die ganze Nacht kein Auge schloß, die Husarenabtheilung kam singend vor mein Fenster, schreiend und stampfend bis vor meine Thüre (…). Endlich kam der Morgen, (…) und ich machte mich auch los, so schnell ich konnte.

Von Horodyszcze nach Hrycow geht der Weg ganz durch die Steppe. Hier fühlte ich recht den Mangel an Bäumen, welche auch die unbedeutendste Landschaft beleben. Überblickt man Berge und Thäler, so sieht man nichts, als das herbstliche Grün oder die schwarzen Ackerfelder, nur hie und da an einem Bache ein Paar verkrüppelte Weiden; dafür aber, wenn Wolhynien mal ein lächelndes Gesicht hat, so ist es auch ein herrlich schönes Land.

Mitten aus Hügeln schauen die Dörfer mit weißen Häuschen, die dreikuppeligen, bemalten und gezierten Kirchen hervor, die Teiche und  Flüsse und Eichenwäldchen. Das Bedürfniß des Wassers nöthigte die Einwohner, sich in den Thälern anzusiedeln, in denen Flüßchen und Bäche sich finden, darum findet man in Wolhynien, und namentlich in allen hügeligen Thälern alle Ansiedlungen in Schluchten und Thälern, was auf den ersten Blick den Reiz der Landschaft schmälert, aber auch durch das unerwartete Auffinden von bewohnten Orten ergötzt.

Zahlreich erblickt man am Wege die Wahrzeichen der Frömmigkeit, Kreuze an jeder Krümmung des Weges und an dem Durchschnittspunkt der Straßen. Diese Kreuze sind bedeutend mehr verziert, als in Litthauen und Polesien, häufig mit einem Bilde des Gekreuzigten bemalt, mit einem kleinen Dache versehen, an dem das ganze Firmament vergoldet und versilbert hängt, nebst den Marterwerkzeugen des Herrn. In Alt-Litthauen stellt man noch jetzt auf den Gräbern kleine Häuschen auf, mit einem Kreuz auf dem Dache, die Reichen größere, die Armen nur etwas, das einem Häuschen gleicht, oder ein großes Stück Holz auf zwei Stützen. Diese Todtenhäuschen, welche augenscheinlich ein Ueberrest des Heidentums sind, werden jetzt seltener aufgestellt. In dieselben oder neben denselben stellte man Speise für die Armen oder für die Todten. In Wolhynien und dem reußischen Lande, wo das griechische Glaubensbekenntniß seit älterer Zeit eingeführt ist, sieht man diese Häuschen nicht mehr, sondern nur doppelte oder dreifache Kreuze bezeichnen das Grab. Ich weiß auch nicht, ob sich hier noch die Sitte findet, unter das nächste Kreuz die beiden Stücke Holz zu werfen, auf denen im Haus der Sarg des Todten stand, oder ob sie an Pfingsten, wo die Thüren mit jungen Birken geschmückt werden, diejenigen ungeschmückt lassen, zu denen im Laufe des Jahres der Tod hereinblickte. Diese traurige Sitte in Litthauen, welche die  Freude von der Trauerthür entfernt, hat mir ungemein gefallen. (…)

Nach einer Fahrt den Berg hinab, kam ich nach Hrycow. Links lag ein Garten und ein alter Palast mit einem großen Hofe und einem Herrenthor im alten Geschmack, mit dem Namenszug und der Krone auf den Fronten. Wolhynische Sitte! Ein Herrenhaus, weiter unten ein Teich, über demselben eine Handvoll zerstreuter Pappeln, die hier von keinem Parkomanen geschont werden, weiterhin rechts, jenseits des Teiches, ein abgebranntes Städtchen mit gemauerten Bazarn und einer (….unleserlich….). Die griechische und katholische Kirche auf dem Markt ist von einfacher, aber guter Bauart. Die neuen Gebäude, deren nicht wenig sich in Hrycow sich finden, sind prätentös, aber nicht schön, stattlich, groß und mit Zhiffern versehen, wie (….unleserlich…).  Was ließe sich nicht aus diesen Bergen, diesem Wasser, diesen Mauern noch machen, bei solcher Lage! Die Schmiede ist gothisch, wirklich gothisch, denn so nennt man die Thüren und Fenster, aber sie hat keinen gothischen Charakter. Bei uns versteht man es allenthalben, Spitzböden, Dreiblattkreuze und Zigzags hinzuzufügen, und das heißt dann einen gothischen Bau aufführen, aber in Wirklichkeit bleibt der Hauptcharakter der gothischen Baukunst, die Leichtigkeit, die Durchsichtigkeit, die Erhabenheit, und von diesen sieht man bei uns nichts. Unsere gewöhnlichen gothischen Gebäude im Landes sind plump und verfehlt. Die ursprüngliche gothische Baukunst in ihrer Kindheit machte bei uns, so lange sie nicht ihre hohen Thürmchen aufführen konnte, zum mindesten spitzige, riesenhafte Dächer, kühne Spitzgewölbe. Es ist wahrhaft possierlich, daß es in unserem Landes keine leichten Gewölbe gibt, als die aus dem 15ten und 16ten Jahrhundert, und keine plumpen, als die aus späterer Zeit. Ich verließ Hrycow, klagend über den Brand, der ihm das Ansehen eines trübseligen Trümmerhaufens gab.

Ich fuhr nun durch eine Anzahl Ortschaften, unter denen sich Rissiety (?) durch seine liebliche Lage, so wie durch das wohlgebaute Schloß auszeichnet, von dem aus man allenthalben hin eine freundliche Aussicht genießt, und kam endlich nach dem Städtchen Ostropol, einer traurigen Ruine (…). Hier sieht man keine Verzierung, und von einer Verschönerung ist auch kein Gedanke. (…)

Slawuta

In den Umgebungen Slawuta’s dehnen sich die weiten Besitzungen des Fürsten Sanguszko aus; man erkennt sie an den wohleingerichteten Schenken, an dem Wohlstande der Unterthanen, mit einem Wort, an der bei weitem höheren Zivilisation, als sonst in der Nähe herrscht, an der Bewegung und der Wohlhabenheit. Mich zogen die mit verschiedenen Bildern bemalten Fensterläden der Schenken an, eine Verzierung, die man bei uns nicht sieht. Mit Vergnügen betrachtete ich diese Proben einer  Popularisation der Kunst, überzeugte mich aber mit Bedauern, daß die Herren Lädenmaler keine Scenen aus dem Leben des Landes, sondern allgemeine Gegenstände, meistens Jagdscenen, gezeichnet hatten. An einer Stelle sah ich indeß einen Bärenführer mit seinem Bären, und dieß war augenscheinlich dem Lande selbst entlehnt. Auch erzählte man mir, dass irgendwo bei Konstantynow an dem Fensterladen eines Gasthofes ein Bacchus abgebildet sey, der mit einem dicken Haarwulst auf dem Fasse sitzt, und eine Peitsche über die Schulter hat, ein ächter Kosakenbacchus. Vergebens aber sah ich mich nach Fensterläden um, auf dem eine lustige Scene aus dem Lande selbst abgebildet gewesen wäre.

Unsere Verfasser historischer Romane müssen sich das Vergnügen versagen, ihren Wirthen  nach dem Vorbilde Walter Scotts Schilde und Malzeichen zu ersinnen, denn bei uns finden sich dieselben nur in den großen Städten, und auch hier spät. Im 15ten und 16ten Jahrhundert bezeichnete man eine Schenke durch die Aushängung eines Fichtenastes oder eines Kranzes, wie man es auch noch jetzt hie und da finden kann.

Wir haben jetzt Tuch-, Zucker-, Papier und Leinwandfabriken im Lande, Maschinen werden aber jetzt noch immer aus England oder Rußland eingeführt, denn bei uns macht man nichts der Art. Wir erwarten noch eine polytechnische Schule. Nur die Branntweinbrennereien vervollkommnen sich im Verhältniß zur Localität mehr als alle andern Industrien. Die Ackerbauverbesserungen gehen in Wolhynien, wo man ihrer nicht zu bedürfen scheint, sehr schwach. Vergebens gibt Hr. Rep. Kurowski ein Werk nach dem andern über die Seidenwürmer, die Schafe, den Fruchtwechsel, die Branntweinbrennerei heraus, vergebens erscheint das Wochenblatt für den Ackerbau, vergebens entwickelt der gelehrte Oczapowski seine abstracten Theorien über den Landbau – Wolhynien wird noch jetzt bewirtschaftet, wie vor alter Zeit. Langsam geht selbst die augenscheinlich vortheilhafte Zucht veredelter Schafte- die schönsten in dieser Gegend sind die des Eigenthümers von Slawuta. In diesem Orte sind auch die Tuch-, Decken-, Flanell- und Papierfabriken sehenswerth.  Von dem letztern wird viel fabriciert, aber von nicht sehr guter Art, und sie stehen darin einigen benachbarten Fabriken sehr nach.

Der fürstliche Palast in Slawuta ist groß, wurde aber nur auf einem älteren Gebäude umgebaut, und hat nichts Auszeichnendes. Die Kirche zur heiligen Dorothea ist für den Ort sehr hübsch, aber leider nicht vollendet.  Ein oben angebrachter Sarkophag und ein Kreuz darüber erinnern daran, daß hier ein Denkmal der Trauer und ein Grab ist. Die Kaufläden, die man auf dem Marktplatz in einem länglichen Kreise geschmackvoll zu bauen anfing, gereichen Slawuta zur besonderen Zierde. Außer diesen Gebäuden und Anstalten muß man auch noch die auserlesene Apotheke und eine berühmte Judenschel erwähnen. (…)

Slawuta besaß seit alter Zeit eine berühmte Druckerei jüdischer Schriften, welche Erbauungsbücher und Kalender für die Israeliten von ganz Wolhynien lieferte. Einen Katalog der hier herausgekommenen Schriften haben wir nicht, doch führen Szacko und Niemcewicz einiges An. Diese sowohl als die andern jüdischen Druckereien Wolhyniens in Sudylkow und Ostrog wurden kürzlich wegen Mißbrauch unterdrückt.  (…)

Das Land, welches wir bis nach Rowny durchzogen, ist äußerst hübsch, hügelig, und mit kleinen Eichenwäldchen besäet; die Bevölkerung aber scheint im Vergleich zur Ausdehnung des Landes klein zu sein. Rowny, ein artiges Städtchen, hat einige hübsche Häuser und ein ziemlich schönes Schloß am Wasser, das sich von demStädtchen her recht gut ausnimmt; dazu kommt eine Zuckerbäckerei mit einem Billard, mit Talglichtern, mit abscheulichen Bildern an den Wänden und einer Guitarre ad usum publicum. (…) wir aber tranken unsere Rowny-Chocolate, und eilten dann, um zu übernachten nach Radochowka, wo wir erst in der Nacht ankamen. (…)

Miedzyrzecz - Korecki – Olyka** 

(…) am frühen Morgen brachen wir auf und fuhren nach Olyka, einem alten Städtchen mit einem festen Schloß, das früher den Kiszeks, dann den Radziwils gehörte. Über steile Berge fuhren wir hinab nach dem Sumpf und Teich, die auf dieser Seite Olyka umgeben; in der Ferne blickten die polesischen Wälder schwarz herüber. Olyka hat außer seinem Schloß nichts Schönes, besitzt aber doch viele alte Gebäude und Ueberreste der frühern Zeit. Das Schloß wurde, wie ein Stein mit einer Inschrift besagt, schon im Jahre 1564 gegründet, mit einem gemauerten Graben umgeben, in welchen das Wasser aus dem Teich und Fluß strömt, und im Quadrat mit Thoren und Thürmen aufgeführt. An den Ecken erheben sich noch jetzt runde und viereckige Bastionen, über dem Dache die Radziwilischen Adler. Selten sieht man noch ein so wohl erhaltenes festes Schloß, dem nur die Geschütze in den Schießscharten, die Zugbrücke und die Menschen fehlen, denn in den gepflasterten Schloßhöfen, in denen nur das Echo ertönt, erkennt man bald, daß das Leben längst aus diesem Gebäude entwichen ist.  Abgesehen von dem Schlosse sieht man noch Spuren ehemaliger Befestigungen in den das Städtchen umgebenden Wällen und einigen Thürmen. Beachtenswert ist auch das eingestürzte Rathaus mit einem Thurme und die Kollegialkirche. Dieß berühmte, aus kostbarem Marmor aufgeführte Gebäude ziert noch jetzt das Städtchen, obgleich es, als Kunstwerk betrachtet, nicht schön ist. Der Fronton ist höchst geschmacklos, hat schwarzes Schnitzwerk, marmorne Säulenknäufe und dergleichen Bildsäulen, die von vandalischer Hand neuerer Restaurateurs bunt angemalt wurden. Im Innern sind ziemlich schöne marmorne Altäre, aber die Sculpturen sind schlechter, als der Marmor; die neueren Verbesserungen und Auffrischungen haben das Gebäude unsäglich verdorben. (…) Der ursprüngliche Architekt der Kirche war ein gewisser Italiener, Johann Maliverna, die Sculpturen führte Melchior Ulmpoli aus, den übrigen Bau leiteten einige Deutsche und Einheimische; aber ihr im Jahre 1640 vollendetes Werk hat seit der Zeit arge Veränderungen zum Schlimmen erfahren. (…)

Olyka war von Stanislaus Radziwil ein Sitz der Evangelischen, denen seine Vorältern hier Schutz gewährten, er aber hob ihre Versammlung auf. Dieser durch seine große Sprachkenntniß berühmte Mann, welcher Marschall des Großfürstenthums Litthauen war, vertrieb sie, als er sich zur Gründung dieser Kollegialkirche entschloß. Durch seine Bemühungen hob und verschönerte sich Olyka, er baute das Schloß, und stiftete neben der Kirche eine Akademie. Der pomphafte Titel einer Akademie war damals nicht selten, es gab eine Akademie in Ostrog, und eine zu Biala in Podlasien, welche sich eine Tochter der krakauischen nannte; die zu Olyka hatte auch noch ein Seminarium, und war eine einfache Schule mit einigen Professoren.  

 

 

*Anmerkung zur Quelle der Publikation "out-of-copyright": vgl. www.wikisource.org

Anmerkung zum Autor:

Józef Ignacy Kraszewski, geb. 28.7.1812 in Warschau, verstorben 19.3.1887 in Genf, lebte zeitweise in Shitomir/Wolhynien  http://saebi.isgv.de/biografie/Jozef_Kraszewski_%281812-1887%29

 

Weitere Kapitel der Reisebeschreibung: 

Jahrmarkt in Janowce   Download pdf 72 KB

Czartorysk und Okonsk  Download pdf 53 KB

Stepan  Download pdf 72 KB

Ein Stück des Weges von Podlachien nach Wolhynien  Download pdf 63 KB

Styr und Horyn   Download pdf 61 KB

Über den Adel in Wolhynien    Download pdf 48 KB

Die Bauern in Wolhynien    Download pdf  45 KB

** vollständige Fassung des Kapitels: Download pdf 68 KB

 

Für weitere Beschreibungen siehe auch den Auszug aus der "Zeitschrift für die Litteratur des Auslandes" (1841)

http://www.myvolyn.de/historische-publikationen/kraszewski-reise-1841-1.html

 


[1] Rechtschreibung aus der Vorlage übernommen

Grafik aus: "Theatrum Cosmographico-Historicum; Oder der Welt-Currier - Anderer Schauplatz Der Historischen Welt-Beschreibung:
 Jn sich haltend etliche sonderbarliche neue .̤Begebenheiten/ mit eigentlicher Vorstellung der Wallachey/ Moldau/ Ukraine/ Wolhin/ Podolien/ und deß starcken ohnfern
Caminiek Vorbey / zu Bialogrod ins schwartze Meer lauffenden Niester-Fluß"
 Augspurg : Koppmayer, 1691  - hier - linzenzfrei für private Nutzung lt. Erläuterung zu  Google-Digitalisaten 

Fotos aus:  Dr.  M. Orlowicz   Ilustrowany Przewodnik po Wolyniu   Luzk 1929   Polnische digitale Bibliothek >>  http://dlibra.umcs.lublin.pl/dlibra  -  lizenzfrei für private Zwecke

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letzte Bearbeitung: 02.05.2017