Schulwesen

Ein Streifzug durch die Geschichte des Schulwesens in Wolhynien

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Die Errichtung von Schulen war den deutschen Kolonisten von Beginn an ein besonderes Anliegen.  Bei der Gründung  von Siedlungen wurde  fast  immer von vornherein ein zentrales Grundstück für ein Schul- und Bethaus abgetrennt, dessen Bau von den Kolonisten mit eigenen Mitteln finanziert und mit eigener Arbeitskraft errichtet. Auch sehr kleine Kolonien bemühten sich darum.  Die Schulen sind nicht losgelöst vom kirchlichen Leben in Wolhynien zu denken, war doch der Kantor meist zugleich auch der Lehrer und insoweit  dem Pastor unterstellt. Die Gemeinden zahlten den Lehrern - je nach Leistungsfähigkeit  - unterschiedlich hohe Gehälter, z.T. noch in Naturalien.

E.H. Busch1) listet in seiner Datensammlung (1862) für die Kirchspiele Shitomir und Rozyszcze insgesamt  28 Schulen, 28 Lehrer und  809 Schulkinder auf. (Wolhynien hatte nach den damals bekannten Volkszählungen rd. 5000 deutsche Siedler.)  In den Kolonien stellte sich die Situation nach dieser Veröffentlichung wie folgt dar:  

Kirchspiel Shitomir:

  • die Stadt Shitomir  (29.350 Einwohner, darunter 162 Evangelische) mit einer Schule  (2 Kinder, 1 Lehrer, der zugleich Küster ist,  Gage 70 Rubel)
  • Kolonie Faustindorf    mit  107 Evangelischen; eine Schule mit 28 Kindern, 1 Lehrer (15 Rubel jährlich sowie der Ertrag eines Gartens und einer Wiese, freie Wohnung und Heizung
  • Kolonie Lesky, gegründet 1856, mit 100 Evangelischen, eine Schule (hölzernes Schulhaus) mit 17 Kindern, 1 Lehrer ,  14 Rubel Jährlich, freie Wohnung
  • Kolonie Groß-Carolinchen mit 165 Evangelischen,  Schule mit  66 Kindern, ein Lehrer (freie Wohnung und Heizung)
  • Kolonie Namenlos mit 39 Evangelischen
  • Kolonie Mittel-Carolinchen mit 117 Evangelischen,  eine Schule mit 32 Kindern, Lehrer mit 9 Rubel Gehalt jährliche, dazu 5 Scheffel Roggen, 40 Fuder Holz und von jedem Kind 15 Kopeken jährlich, dazu den Ertrag von 2 Desj. Ackerland und einem Garten
  • Kolonie Tutschin (Rowno) mit 114 Evangelischen,  Schule mit 24 Kindern, ein Lehrer mit 30 Rubel Gehalt jährlich, dazu 5 Koretz Getreide, freie Wohnung
  • Kolonie Alexandria, mit 100 Evangelischen, eine Schule mit 14 Kindern, ein Lehrer
  • Kolonie Sophiewka  (Rowno) mit 59 Evangelischen,  eine Schule mit 19 Kindern, ein Lehrer mit 30 Rubel Gehalt jährlich
  • Kolonie Friedrichsdorf (Rowno) mit 305 Evangelischen, eine Schule mit 60 Kindern (hölzernes Schulhaus), ein Lehrer  (Entlohnung: 6 Tschwrt Getreide, freie Wohnung nebst Garten, Ertrag von 3 Morgen Ackerland)
  • Kolonie Chotinka (Rowno)  mit 114 Evangelischen, eine Schule mit 24 Kindern, (hölzernes Schulhaus,  ein Lehrer (Entlohnung:  5 Koretz Getreide, dazu der Ertrag von 4 Morgen Ackerland, freie Wohnung nebst Garten)
  • Stadt Rowno  (4.875 Einwohner)  davon 8 Evangelische
  • Kolonie Annette (Nowgorod-Wolynsk)  mit 200 Evangelischen;  eine Schule mit 34 Kindern, eigenes Schulgebäude, ein Lehrer mit 50 Rubel Gehalt, dazu 90  Koretz Korn, den Ertrag von 10 Morgen Land, freie Wohnung und Heizung
  • Kolonie Josephine (Nowgorod -Wolynsk)mit 124 Evangelischen,  Schule mit 23 Kindern, eigenes Schulgebäude, ein Lehrer mit 4 Rubel 20 Kopeken Gehalt jährlich, dazu von jedem Kind 30 Kopeken jährlich,  außerdem den Ertrag von 10 Morgen Land, frei Wohnung und Heizung
  • Kolonie Dorophiewka (Nowgorod -Wolynsk) mit 94 Evangelischen, Schule mit 19 Kindern, gemietetes Schulgebäude, ein Lehrer mit 30 Rubel Gehalt, dazu 7 Koretz Roggen, 32 Fuder Holz, den Ertrag von 10 Morgen Land und freie Wohnung
  • Kolonie Nebajuwka (Nowgorod -Wolynsk) mit 174 Evangelischen,  Schule mit 36 Kindern, ein Lehrer mit 36 Rubel Gehalt
  • Kolonie Murawa (Nowgorod-Wolynsk) mit 164 Evangelischen, Schule mit 36 Kindern, ein Lehrer mit 40 Rubel Gehalt
  • Kolonie Januwka (Nowgorod-Wolynsk)  mit 34 Evangelischen, Schule mit 18 Kindern (gemietetes Schulgebäude), Lehrer mit 16 Rubel Jahresgehalt
  • Kolonie Wladin (Nowgorod-Wolynsk) mit 68 Evangelischen, Schule mit 23 Kindern (gemietetes Schulgebäude), Lehrer mit 20 Rubel Gehalt
  • Kolonie Nataliendorf (Nowgorod-Wolynsk) mit 60 Evangelischen,
  • Kolonie Amalien (Nowgorod-Wolynsk)  mit 40 Evangelischen
  • Kolonie Blumenthal (Zaslaw) mit 103 Evangelischen, Schule mit21 Kindern, eigenes Schulgebäude, Lehrer mit 20 Rubel Gehalt sowie dem Ertrag von 15 Morgen Land
  • Flecken Slawuta mit 226 Evangelischen, Steinernes Haus als Bet-Saal und Schule; 18 Schulkinder, Lehrer mit 100 Rubel  Jahresgehalt und freier Wohnung
  • Kolonie Alexandrowka (Wladimir)  mit 91 Evangelischen
  • Dorf Seletz (Wladimir) mit 36 Evangelischen
  • Stadt Ostrog mit 10 Evangelischen
  • Stadt Dubno (8.092 Einwohner) mit 48 Evangelischen
  • Flecken Radsiwilow (6.772 Einwohner) mit 8 Evangelischen
  • Stadt Berditschew (50.281 Einwohner) mit 33 Evangelischen
  • Stadt Luzk (6.362 Einwohner) mit 4 Evangelischen
  • Kolonie Bresawka oder Rohrbach (Shitomir) mit 95 Evangelischen,  Schule mit 30 Kindern, ein Lehrer

Kirchspiel Rozyszcze:

  • Kolonie Rosyszcze mit 450 Evangelischen,  (Bet- und Schulhaus aus Holz)  59 Schulkinder, Lehrer mit 9 Rubel Gehalt und dazu den Ertrag von 15 Morgen Ackerland und einer Wiese
  • Kolonie Olganowka mit 99 Evangelischen,  Schule mit 24 Kindern (hölzernes Schulhaus), Lehrer mit 8 Rubel Jahresgehalt zuzüglich Ertrag von 2 Morgen Land und einer Wiese
  • Kolonie Valerianowka  mit 130 Evangelischen, Schule mit 40 Kindern (hölzernes Schulhaus), Lehrer wird entlohnt mit dem Ertrag von 7 Morgen Ackerland und einer Wiese
  • Kolonie Tarnowole mit 100  Evangelischen,   12 Kinder besuchen die Schule in Rozyszcze
  • Kolonie Sapust mit 159 Evangelischen, Schule mit 32 Kindern, Lehrer mit einem Jahresgehalt von 7 Rubel 87 Kopeken und dem Ertrag von 15 Morgen Land
  • Kolonie Stanislawka  mit  68 Evangelischen, darunter 4 Schulkinder
  • Kolonie Marianowka mit 70 Evangelischen, Schule mit 12 Kindern, Lehrer mit 6 Rubel 15 Kopeken Jahresgehalt
  • Kolonie Presalop mit 150 Evangelischen,  Schule mit 12 Kindern, Lehrer mit einem Jahresgehalt von 9 Rubel und dem Ertrag von 15 Morgen Ackerland und einer Wiese
  • Kolonie Antonowka mit 40 Evangelischen, darunter 9 Schulkinder
  • Kolonie Vizentinowka mit 68 Evangelischen, darunter 10 Schulkinder
  • Kolonie Olischkowitz mit 182 Evangelischen, darunter 10 Schulkinder
  • Kolonie Josephi mit 200 Evangelischen, Schule mit 15 Kindern (hölzernes Schulhaus) und einem Lehrer
  • Kolonie Nowaja-Semlja mit 68 Evangelischen, darunter 10 Schulkinder.

 

Die lutherischen Pastoren waren es, die sich in der Verantwortung für den Aufbau des Schulwesens sahen.  Die Qualität des Unterrichts  erreichte allerdings kein sehr hohes Niveau. Die ersten Einwanderer hatten z.T. ausgebildete Lehrer aus Kongresspolen mitgebracht, in den späteren Jahrzehnten fanden sich jedoch kaum noch geeignete Männer mit einem Mindestmaß an fachlich-pädagogischer Qualifikation.  Im Protokoll  einer Amtsreise durch die deutsch-lutherischen Kolonien Wolhyniens beschreibt ein Pastor 18782), dass von  161 konfirmierten Kindern nur  fünf  schreiben konnten. Die Schulgebäude seien von vornherein darauf ausgerichtet, dass nur die Hälfte der Kinder zum Unterricht komme.   Ein regelmäßiger Schulbesuch  übers ganze Jahr war nicht selbstverständlich: die Kinder hatten aus den zum Teil weit verstreut liegenden  Dörfern und Höfen einen weiten Weg zurück zu legen; meist wurden sie nur im Winter zum Unterricht geschickt, weil im Sommer ihre Arbeitskraft in der Landwirtschaft gebraucht wurde. Für Kolonien, die weit abseits der Reiseroute der Pastoren lagen, waren zeitweise Wanderlehrer angestellt, die wie Kantoren agierten und auch ein Minimum an Unterricht gewährleisten sollten -  insbesondere zur Vorbereitung auf die Konfirmation. Die Pastoren waren es auch, die in späteren Jahrzehnten mit regelmäßigen Konferenzen für die angestellten Lehrer eine gewisse Einheitlichkeit der Unterrichtsqualität einzuführen versuchten.  

Die kirchlichen Schulen unterlagen spätestens seit dem Regierungsantritt von Zar Alexander III.  der Aufsicht des staatlichen Schulinspektors. Insoweit war es bei den Visitationen von Bedeutung, dass in den lutherischen Schulhäusern ein Bild des Zaren hing und dass die Gemeinde auch die kaiserlichen Feiertage einhielt 2). Dem Bestreben der Regierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts, das Russische als Unterrichtssprache einzuführen, setzte ein Pastor erfolgreich das Argument entgegen, die lutherischen Kolonistenschulen seien in erster Linie Bethäuser, in denen Gottesdienst gehalten und die Kinder durch den Kantor zur Konfirmation vorbereitet werden. Für russische Staatsschulen müsse die Regierung dann eigene Gebäude bereitstellen, weil die lutherischen Häuser für den religiösen Kultus benötigt werden.

Immer wieder gab es von der staatlichen Schulaufsicht Versuche zur Verdrängung des deutschen Schulunterrichts, zum Beispiel mit dem Angebot,  vermehrt seminaristisch ausgebildete Lehrer zu vermitteln mit dem Ziel, einen russisch-sprachigen  Unterricht zu gewährleisten. Die protestantischen Gemeinden wehrten sich weiter, denn ihnen war vor allem die Erteilung des Religionsunterrichts  in deutscher Sprache ein besonderes Anliegen.  Aber die Schulbehörden ließen nicht nach und verpflichteten in späteren Jahren auch die Kantor-Lehrer der protestantischen Kolonistenschulen, pädagogische Pflichtkurse zu absolvieren - verbunden mit der Drohung, bei Nichtbestehen der Examina die Berechtigung zur Unterrichtserteilung zu verlieren. Die Kolonisten taten sich auch schwer, den Unterricht in russischer Sprache zu akzeptieren. Einige schickten nur noch die Jungen zur Schule, weil diese als künftige Soldaten lesen und schreiben können mussten.

Anfang des 20. Jahrhunderts gelang es den Pastoren, in Heimtal die Genehmigung zur Errichtung eines eigenen Seminars für die evangelischen Küsterlehrer zu erhalten. Die Zahl der Auszubildenden belief sich zwischen 1904 und 1909 auf durchschnittlich knapp 15 pro Jahr.3) 

Die Verbannung im  Jahr 1915 hatte zur Folge, dass die schon geringe Schulbildung  sich noch weiter verschlechterte.  Pastoren schätzten später, dass etwa die Hälfte der Kolonisten nicht schreiben konnte (Hennig a.a.O. S. 99, Anm. 20). In West-Wolhynien unter polnischer Herrschaft (nach 1920) wurde zunächst ein notdürftiges Schulwesen organisiert  nach dem alten Muster, weil die polnischen Behörden kurzfristig keine ausreichende Zahl staatlicher Schulen anbieten konnten. Von 145 neu in Betrieb genommenen Schulen wurden 80 noch in der Art der Kantoratsschulen geführt (Schmidt, S. 47), sogar  mit Duldung von Deutsch als  Unterrichtssprache.  

Zunehmend mussten die protestantischen Kolonistenschulen sich allerdings der Verpflichtung beugen, den Unterricht in polnischer Sprache zu halten – eine Ausnahme galt nur für den Religionsunterricht. Die Pastoren bemühten sich weiter, eigene Schulen in den Dörfern und wenigen Städten zu errichten und zu unterhalten. Der Bromberger Schulverein bot den deutschen Wolhyniern Unterstützung an und vermittelte neue ausgebildete Lehrkräfte, die vereinzelt  den Fortbestand des Unterrichts ermöglichten.   Noch 1929 gelang es, in Luzk eine neue evangelische Schule zu eröffnen.  Ein Schulgesetz im Jahr 1932  bereitete dann den konfessionellen Schulen der deutschen Minderheit ein Ende, denn damit wurden sowohl neue Qualifikationsanforderungen an die Lehrer als auch schärfere Bedingungen für die bauliche Ausstattung gestellt.  Quasi mit einem Handstreich wurde an 80 Schulen der Betrieb eingestellt.  1935 soll es noch 30 Kantoratsschulen gegeben haben,  im Frühjahr 1939 wurden die letzten fünf gemeindeeigenen ev.-lutherischen Privatschulen in Rozyszcze, Bryszcze, Harazdze, Adamow und Ludwikow auf staatliche Anweisung geschlossen.4)

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Pastoren nicht nur als Seelsorger in den Gemeinden wirkten, sondern aufgrund ihrer akademischen Bildung  die einzige Instanz  - vielleicht daneben die Lehrer noch - bildeten, die  die sozialen Fragen der einfachen wolhyniendeutschen Kolonisten zu lösen  und für ihre Interessen und Probleme gegenüber der Staatsmacht einzutreten hatten. Die Wolhynier waren und blieben mehrheitlich einfache Landwirte. Es  gab keine Bildungsschicht, keine ausgeprägte Handwerker- oder Unternehmerschaft, die sich für die Einhaltung der Minderheitenrechte stark machen können.  Die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche wirkte stärker identitätsstiftend als die Staats- oder Nationalzugehörigkeit:  evangelisch bedeutete „deutsch“, und katholisch bedeutete „polnisch“.  So entstand beispielsweise bei der Einführung des Polnischen als Unterrichtssprache die Sorge, dass die Wolhyniendeutschen  zum Katholizismus bekehrt werden sollten.

Offen ist noch die Frage, ob und wie die Wolhyniendeutschen mit den Ideen des Nationalsozialismus in Berührung gekommen sind.  Ingo Eser  bejaht dies in seiner Studie unter Hinweis darauf, dass die Jungdeutsche Partei  (in den 1920er Jahren in Bielitz / Schlesien gegründet), die später der NSDAP aufging,  unter der deutschen Minderheit in Polen - und auch in  Wolhynien - durchaus Zulauf hatte. Propagierte Vorstellungen von z.B.  „Mannhaftigkeit“, „Gemeinschaft“  und „Heldentum“  widersprachen nicht den damals in Polen vorherrschenden staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Werten, so dass ihre Verbreitung kein staatliches Eingreifen auslöste. Die durchweg sehr jungen Lehrer im Wolhynien der 1930er Jahre sollen sich weitgehend der Jungdeutschen  Partei angeschlossen  und mehr mit nationalpolitischen Schulungen als mit pädagogischen Fragestellungen befasst haben, wie der Deutsche Schulverein in Bromberg  1937 in einem Schreiben an den Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA) kritisierte (Eser, S. 590). Auch die mit nationalsozialistischen Gedanken und  Floskeln durchsetzten  Publikationen einzelner wolhynischer Pastoren und deren Bereitschaft zur Unterstützung der nationalsozialistischen Regimes bei der Umsiedlungsaktion in das Warthegau  lassen Zweifel zu hinsichtlich einer distanzierten,  kritisch-reflektierenden Werthaltung  in ihrer verantwortungsvollen Rolle als geistliche und politische Leitfiguren, denen die einfachen wolhynischen Kolonisten vertrauten.  

© M. Walsdorf

1)  E. H. Busch   „Materialien zur Geschichte und Statistik des Kirchen- und Schulwesens der Ev.-Luth. Gemeinden in Rußland“, St. Petersburg 1862, Digitalisat Universität Tartu – pdf  32,53 MB http://dspace.utlib.ee/dspace/handle/10062/24660   Seite 125 – 131; Rechtschreibung übernommen;  gemeinfrei gem. § 64 UrhG

Anmerkung:  Martin Hennig nennt für das Jahr 1859 die Zahl von 5825 Deutschen in 45 Kolonien (vgl. ders. „Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Polnisch-Wolhynien“, Leipzig 1933, Seite 12)

2) vgl. „Dreizehn Gemeindeberichte“  aus dem Kirchspiel Rozyszcze  1878 – 1902

hierzu vergleichend auch: "Pädagogische Monatshefte", Vol. 3, September 1902: "Nach einer Mitteilung des 'Wolga" gibt es in Volhynien eine Dorfschule, an welcher ein Lehrer angestellt ist, der ein Gehalt von 6 Rubel jährlich bezieht. Dies dürfte wohl der kleinste Lehrergehalt auf der ganzen Welt sein. Dieser so glänzend bezahlte Schullehrer ist ein ausgedienter Soldat und versieht im Sommer auch zugleich die Stelle eines Gemeindehirten. Übrigens unterrichtet er die Dorfkinder bloss im Lesen; im Schreiben kann er sie nicht unterrichten, weil er  selbst nicht schreiben kann. Kennzeichnend für die russischen Verhältnisse ist es, dass die Petersburger 'Nowoje Wremja" zu dieser Mitteilung die Bemerkung macht, derartige Schullehrerkuriosa wären in Russland nichts Seltenes."

3)  vgl. Kurt Lück „Deutsche Aufbaukräfte in Wolhynien“  in: Schaffen und Schauen,  Jahrgang 1931, Heft 6/7 – 8, Seite 13-32

4)  Ingo Eser „Volk, Staat, Gott – Die deutsche Minderheit in Polen und ihr Schulwesen 1918 – 1939“, Wiesbaden 2010; 

     so auch Otto Heike "Die deutsche Minderheit in Polen bis 1939" Leverkusen 1985; S. 329;  er berichtet weiter, dass

    Mitarbeiter der kirchlichen Schulbehörde in Rozyszcze 1939 Mitglieder der Jungdeutschen Partei gewesen sein sollen

 

Literatur:

Rudolf Kleindienst „Die deutsche Schule in Luzk“, Luzk 1939

 

Reinhold Henke "Der letzte Kampf unter polnischer Herrschaft um eine deutsche Schule"

( > neu erbaute dreiklassige Privatschule der Kolonie Bryszcze)

in: Posener Evangelisches Kirchenblatt, Jahrgang 18, Ausgabe 8 - Mai 1940, Seite 242 - 247

http://www.wbc.poznan.pl/dlibra/publication?id=300920&tab=3

 

Eduard Kneifel   "Die Heimkehr der verpolten 'Holländer' am Bug und in Wolhynien"

in: Adolf Kargel, Eduard Kneifel (Hrsg.) "Deutschtum im Aufbruch"

Leipzig 1942, Seite 234  - 240

 

Kurt Lück, Alfred Lattermann (Hrsg.) "Der Schicksalsweg der Wolhyniendeutschen", Posen 1939,

Heft 8 der Schriftenreihe „Unsere Heimat“

 

Hugo Karl Schmidt „Die evangelisch-lutherische Kirche in Wolhynien“ Marburg 1992, Neuauflage Shitomir 1998

 

Stanislaw Mauersberg "Das deutsche Schulwesen im unabhängigen Polen 1919 - 1938" (Aufsatz)

http://www.ikgn.de/cms/jdownloads/Nordost-Archiv%20PDF%20Dateien/Band%20I,%201992%20H.%202/abhandlung-13_noa_1992-2-mauersberg_das_deutsche.pdf

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Letzte Aktualisierung: 25.2.2017