Wolhynien-Tschechen

Tschechische Siedlungen in Wolhynien

Nach Jan Auerhan (1880 - 1942) "Die tschechischen Siedlungen in Wolhynien, auf der Krim und im Kaukasus" (Prag 1920 - tschech.) "betrug die Zahl der in Wolhynien siedelnden Techechen vor dem Krieg etwa 25000. Auf den Kreis Dubno entfielen ungefähr 8500, auf den Kreis Luzk etwa 4000, auf den Kreis Rowno 4500, auf den Kreis Ostrog rund 3000, auf Wladimir-Wolhynsk 2000 und auf den Kreis Shitomir etwa 2600, die restlichen 1000 verteilen sich auf die übrigen Kreise. Ihr Landbesitz soll sich etwa wie folgt verteilt haben: es entfielen auf Dubno 15000 Deßjatinen, auf Rowno 6500, auf Luzk 6200, auf Shitomir 5200, auf Ostrog 2400, auf Wladimir-Wolhynsk 4750, auf die restlichen Kreise 2800 Deßjatinen. Die älteste tschechische Siedlung ist 1863 begründet, die Hauptkolonisationsperiode beginnt erst Ende der 1860er Jahre. Von 1868 - 1874 mögen etwa 15000 Tschechen nach Wolhynien eingewandert sein. Ihnen wurde durch Errichtung selbständiger Gemeinden und Woloste anfangs eine gewisse nationale Selbstverwaltung gewährt, die später 1891 im Zuge der Russifizierungsaktion unter Alexander III. wieder aufgehoben wurde. Da seit 1892 auch der Grunderwerb für alle nicht griechisch-orthodoxen Staatsbewohner erschwert wurde, traten die meisten Tschechen zur orthodoxen Kirche über."

(zitiert aus Hans-Jürgen Seraphim in "Rodungssiedler - Agrarverfassung und Wirtschaftsentwicklung des deutschen Bauerntums in Wolhynien" Berlin 1938, Fußnote Seite 35)

 

Die Tschechen waren neben den deutschen Siedlern ein Motor des wirtschaftlichen Fortschritts in der Region.Die Ereignisse im Ersten Weltkrieg haben sie bei weitem nicht so nachhaltig getroffen wie die Deutschstämmigen.  Ihr Besitzstand soll sich kaum geändert haben. Falls sie doch in Not geraten waren, konnten sie sich schnell wieder hocharbeiten. Ihre Spezialisierung auf Hopfenanbau verschaffte ihnen in Wolhynien eine vorteilhafte Monopolstellung. (nach  Hans-Jürgen Seraphim "Rodungssiedler......"  w.o.  Seite 84)

 

Die Geschichte tschechischer Siedler in Wolhynien  beschreibt ausführlich ein Beitrag von Jaroslav Vazulík, veröffentlicht in: Klaus J. Bade u.a. (Hrsg.)  "Enzyklopädie Migration in Europa vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart", Paderborn 2007, Seite 1044 - 1047.

vgl. auch: Studie von  Jaroslav Vazulík über die Wolhynien-Tschechen - (Brünn, 2000,   tschechisch -  mit  Zusammenfassungen in deutscher, englischer und russischer Sprache)   

vgl. auch: Nikolaus Arndt "Tschechen in Wolhynien" in: Wolhynische Hefte, Folge 6 (1990), Seite 71 - 84

 

Zum Beginn der Siedlungstätigkeit  vgl. zeitgenössische Presse:     Download pdf  58 KB

 


Auszug aus der Zeitschrift:  „L’Explorateur“    

Paris ,  Jahrgang 1876, Seite 589*

 

 

*lizenzfrei für private Zwecke - vgl. Erläuterungen zu Digitalisaten der Bibliothèque Nationale de France

http://gallica.bnf.fr/html/conditions-dutilisation-des-contenus-de-gallica

 


Edouard Marbeau

in: Revue Française de l'étranger et des colonies, Paris Jahrgang 1887*, Seite 209 - 2011

 

* "out of copyright" - vgl. http://archive.org


Auszug aus:  D. Aïtoff  "Peuples et Langues de la Russie", 

Paris 1906, Seite 5*

"Les Tchèques, au nombre de 50 385, habitent principalement la Volynie (27 670), où ils forment quelques colonies, notamment dans les districts de Doubno, d'Ostrog, de Rovny, de Jitomir et de Loutsk."

 

* gemeinfrei gem. & 64 UrhG -  D. Aïtoff (1854 - 1933)


 

Eva Janska, Dusan Drbohlav

„Re-emigration and integration of Volhynian and ‚Chernobyl’ Czechs in the Czech Republic”

in: Acta Universitas Carolinae – 2001 Geographica. Nr. 1, Seite 123 – 131

https://web.natur.cuni.cz/ksgrrsek/acta/2001/AUC_2001_36_Janska_Re-emigration_and_integration.pdf

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letzte Änderung 29.10.2016