Umsiedlung 1939

 

 Umsiedlung der Wolhyniendeutschen

1939 / 1940

 

Zeitgenössischer Bericht über die Umsiedlung der Wolhynien- Galizien- und Narewdeutschen:*

„Am 16.11.1939 schlossen das Deutsche Reich und die Sowjetunion einen Vertrag ab, der den in diesen vorher zu Polen gehörenden Gebieten lebenden Deutschen die freiwillige Umsiedlung ins Reich ermöglichte. Im Gegensatz zu den Balten bildete bei diesen Gruppen das kleinbäuerliche Element mehr als 75 % des Bestandes.

Von den deutschen Volksinselgruppen des Ostens wußte man vorher am meisten von den Wolhyniern. Das lag daran, daß sie als jüngste deutsche Volksinsel wohl das schwerste und packendste Schicksal erlebt haben. Im Weltkriege unter dem Zaren mußten die Greise, Frauen und Kinder für mehrere Jahre nach Sibirien in die Verbannung, während die Männer erst an der Westfront gegen Deutschland, und dann an der Kaukasusfront gegen die Türken kämpften. Gelichtet kamen ihre Reihen in den Jahren 1918 bis 1921 zurück. Auf ihre Wirtschaften hatten sich in der Zwischenzeit Polen und Ukrainer eingenistet, die nicht daran dachten, die Höfe den rechtmäßigen Eigentümern und Besitzern abzugeben. 1919 tobte in Wolhynien der Petljura-Krieg, 1920 der polnisch-russische Krieg. Ein weiteres Unglück kam hinzu. Die Hälfte der 400 Siedlungen stand noch im Erbzinsverhältnis zu den polnischen Großgrundbesitzern, die nun nach dem Weltkriege mit allen Mitteln versuchten, die Deutschen vom Lande zu vertreiben, trotz der Gesetze zum Schutze der Erbpächter und trotz des eindeutigen, moralischen und rechtlichen Anspruches der Kolonisten auf ihr Land. 1926 konnte ich Zeuge sein, wie die polnischen Behörden auf Grund schändlicher Gerichtsurteile ganze deutsche Dörfer vernichteten, die Häuser niederrissen und die Menschen unbarmherzig in Wind und Wetter hinausjagten. Durch den Weltkrieg und die nachfolgenden polnischen Bedrückungen wurde die völkische Geschlossenheit der Siedlungen zerschlagen, sodaß nur noch 43 von ihnen 100 Prozent der Wirtschaften deutsche Eigentümer bzw. Pächter hatten. Trotz solcher Schwierigkeiten haben die Wolhynier die Zähne zusammengebissen und ein bewundernswertes Werk des Wiederaufbaues geleistet. Sie führten einen erbitterten Kampf um ihre deutschsprachigen Schulen und hatten bei alledem einen doppelt so starken Geburtenzuwachs wie die Volksgenossen im Altreiche. Dem Stamme nach sind die Wolhynier (58 000) zu 8 % Pfälzer, Schwaben und andere Süddeutsche, zu 17 % Schlesier und zu 75 % Niederdeutsche.

Wer sich über die (…) Umsiedlung (…) Klarheit verschaffen will, der muß sich einmal die Karte dieser Streusiedlungen ansehen. Da lagen z.B. in Wolhynien, auf einem Gebiet von 25.100 Quadratkilometern verstreut, über 400 in sich nicht mehr geschlossene Dörfer mit nur ungefähr 58000 Kolonisten. (…)**

Bis zum 25.10.1940 wurden über 15.000 Familien der drei zusammen umgesiedelten Gruppen in den östlichen  Kreisen des Warthegaues (…) in neue Höfe eingewiesen. Unter 400 Siedlerfamilien nahmen die Kreise Ostrowo, Jarotschin, Krotoschin, Wreschen, Wangrowitz, Schubin, Dietfurt, Gnesen, Gostingen, Hohensalza, Konin;  600 – 1000 [Familien] die Kreise Gostynin, Leslau,Turek, Kalisch, 1000 bis 2000 Kutno, Wartbrücken, Lenschütz, Lask, Sieradsch, Wielun,  5.500 der Kreis [Lodz]  auf. (…)“

Anm.: Des weiteren beinhaltet der Bericht die Beschreibung der 307 Personen umfassenden Umsiedlungskommission, die am 8.12.1939  nach Wolhynien einreiste -  bei Eiseskälte und auf verschneiten Wegen. Ihre Aufgaben erledigten sie in z.T. kümmerlichen Büros, manchmal bis zu 20 Stunden am Tag: neben der Personenfeststellung ging es um die Organisation von Ärzten und Sanitätern, die Ermittlung der zurückgelassenen Vermögenswerte, die Regelung des Abtransports. Aus den  genannten drei Siedlungsregionen Wolhynien, Galizien und Narew-Gebiet sollen 95 000 Personen in 93 Eisenbahnzügen, 25.000 in Wagentrecks,  1000 Personen in 11 Lastwagenkolonnen in die Auffanglager bzw. über die „deutsch-sowjetische Interessengrenze“ gefahren sein; 7.500 sollen den Weg zu Fuß angetreten haben.

* Auszug aus: Kurt Lück (1900 – 1942) „Deutsche Volksgruppen aus dem Osten kehren heim ins Vaterland“, o.O. 1941;  Text gemeinfrei gem. § 64 UrhG, Irrtum der Abschrift vorbehalten.

Die Planungen zur Umsiedlung waren schon vor Abschluss des Vertrags angelaufen, wie das Protokoll einer Besprechung vom 8.11.1939 zeigt: http://www.justice.gov.il/DataGov/Adolf-Eichmann-Records/n7.pdf.

Im Warthegau war bereits  mit der Evakuierung von rd. 87.000 Polen Raum für die Ansiedlung der "Volksdeutschen" aus Wolhynien und Galizien geschaffen worden, weitere 80.000 sollten lt. einem Vermerk von 8. Januar 1940 noch evakuiert werden in die Gebiete Krakau, Warschau, Radom und Lublin:  http://www.justice.gov.il/DataGov/Adolf-Eichmann-Records/t171.pdf.

 

** Die Besitzverhältnisse 1939 beschreibt Otto Heike (mit Bezug auf H. J. Seraphim, 1935) wie folgt:  Es gab 150 Eigentümerkolonien mit 3215 Wirtschaften, 85 Pachtkolonien mit 1294 Wirtschaften, 67 Kolonien mit ungeklärtem Bodenrecht und 1232 Wirtschaften und Koloniensplitter mit 58 Wirtschaften - insgesamt rd. 60 000 deutschstämmige Bewohner.  (Otto Heike "Das Deutschtum in Polen 1918 - 1939" Selbstverlag des Verfassers, Bonn 1955, S. 27)


 

Verfolgungen und Drangsalierugen in Polen im Vorfeld des Kriegsausbruchs*

Die Zuspitzung der politischen Spannungen 1939 veranlasste bereits in den Sommermonaten Juli / August eine Vielzahl von Familien der deutschen Minderheit in Polen zur Flucht nach Deutschland.  So sollen z.B.  aus dem Kirchspiel Kostopol rund 250 wolhyniendeutsche Familien abgewandert sein. Nach dem Überfall der Wehrmacht auf Polen Anfang September 1939 wurden im gesamten Staatsgebiet rund 25.000 deutschstämmige  Bürger verhaftet und in Gefängnisse oder Internierungslager gebracht. Zu den Inhaftierten im berüchtigten Lager Bereza Kartuska gehörten auch die Pastoren Rudolf Henke (Rozyszcze), Jakob Fuhr (Kostopol) und Hugo-Karl Schmidt (Tuczyn).  In diesem Lager sollen mehr als 3800 Personen der deutschen Minderheit  umgekommen sein, davon  20 Personen aus Wolhynien.

* vgl. Alfred Kleindienst, Oskar Wagner "Der Protestantismus in der Republik Polen 1918/19 bis 1939. Im Spannungsfeld von Nationalitätenpolitik und Staatskirchenrecht, kirchlicher und nationaler Gegensätze" Marburg 1985, Seite 384 f)


 

Das Leben in Lagern und Perspektiven eines Neuanfangs

Die Wolhyniendeutschen waren nach den Baltendeutschen die zweite deutschstämmige Volksgruppe, die 1939 nach den Plänen des nationalsozialistischen Regimes gesammelt ihr angestammtes Siedlungsgebiet im Osten verlassen mussten. War schon der enge Zeitplan für die Erfassung der Umsiedler vor Ort und die Organisation der Rahmenbedingungen für den Transport eine logistische Herausforderung, so zeigte sich in den folgenden Monaten (und Jahren), dass die Bereitstellung geeigneter (zumutbarer) Räumlichkeiten für die vorübergehende Unterbringung bis zur endgültigen Entscheidung über den Ort einer Neu-Ansiedlung ein noch größeres Problem darstellte. In der Zeit zwischen dem 23. 12.1939 und 9.2.1940 wurden insgesamt rd. 128 000 ethnische Deutsche aus Wolhynien und Galizien nach Deutschland gebracht. Entgegen ihrer Hoffnung wurde eine Mehrzahl (über 100.000)  allerdings nicht unmittelbar auf neue Höfe gewiesen, sondern mussten erst eine gewisse Zeit in gesondert eingerichteten Lagern im „Altreich“ verbringen (so genannte Beobachtungslager).    

Lodz sollte die zentrale Aufnahme- und Verteilstation für die Umsiedler werden. Dort wurden Unterbringungsmöglichkeiten zunächst nicht in neu zu errichtenden (Baracken)Lagern geschaffen, sondern in verfügbaren (z.T. zwangsweise geräumten) Wohnhäusern  - u.a. den „jüdischen Sommervillenkolonien“ -, in Fabriken und Schulgebäuden, und dies sowohl im Stadtgebiet Lodz, als auch in Pabianice (Lager „Waldhorst und Kindlersche Fabrik), Zgierz und später noch weitere  im Landkreis Lodz und Landkreis Kalisch (Leniger*).

„Durchschleusung“ wurde das Verfahren genannt, in dem mit detaillierten medizinischen Untersuchungen und  Erhebungen zu Personendaten und Familiengeschichte die  („erbbiologischen“) „Eignungsprüfungen“ aus „rassehygienischen“ Gründen erfolgten (hierzu ausführlich: Fiebrandt**). Diese menschenverachtende Einteilung in Wertigkeiten war grundlegend für das weitere Schicksal jeder und jedes Einzelnen bzw. der Familien in Bezug auf die Staatsbürgerschaft und die Ansiedlung im besetzten polnischen Gebiet („Ostwall“)  oder im „Altreich“. Personen mit Mangelberufen, die für die Wirtschaft im Land bedeutsam waren, hatten oft nicht die Wahl und mussten die zwangsweise Zuweisung zu bestimmten Orten bzw. Betrieben akzeptieren. 

Stephan Döring*** stellte in seiner Untersuchung heraus, dass die Wolhyniendeutschen deutlich seltener der ersten (als „erstklassig“ definierten) der vier „Rassewertungsgruppen“ zugeordnet wurden; überwiegend (zu 49 %) und höher als im Gesamtdurchschnitt (36 %) wurden sie der Wertungskategorie III zugeteilt. Nach einem Aktenvermerk sollen sie als „rassisch nicht so gut“ charakterisiert worden sein, dafür aber als  „durchweg tüchtige, fleißige und sehr zähe Bauern, die unter schweren Umständen aus dem Boden etwas herauszuholen“ verstünden (S. 214). Nach einer Statistik aus dem Jahr 1942**** wurden von 134.655 Umsiedlern aus Wolhynien, Galizien und dem Narew-Gebiet  94.784 Personen im Wartheland angesiedelt (davon 78.841 ländlich), 3.264 im Gebiet Danzig-Westpreußen (rein ländlich), 3.961 Personen in Ostpreußen (davon 3.239 ländlich) und 4.662 Personen in Oberschlesien (davon 4.213 ländlich). Bemerkenswert ist, dass die Umsiedler aus den drei genannten Herkunftsregionen geringere Zuschüsse und Vermögensausgleichszahlungen erhielten als vergleichsweise Umsiedler aus den baltischen Ländern (s. Tabelle 1942,  S. 21). Die Ungleichbehandlung  - auch in der Höhe des Taschengeldes für Kinder in den Lagern -  begründete man mit dem angeblich geringeren Anspruchsniveau dieser Bevölkerungsgruppen (Leniger).

Die gemeinschaftliche Unterbringung einer großen Zahl von Menschen auf engstem Raum birgt stets die Gefahr des Ausbruchs von Epidemien. Zu nennen ist hier beispielsweise die Verbreitung der so genannten epidemischen Genickstarre, die trotz der propagierten seuchenhygienischen Maßnahmen nur schwer eingedämmt werden konnte.  Nach einer Studie aus dem Jahr 1944***** ist diese Erkrankung fast ausschließlich unter Wolhyniendeutschen aufgetreten. Zwar mussten sich alle Umsiedler  der Prozedur einer Entlausung unterziehen, um das Einschleppen von Fleckfieber zu vermeiden. Die Meningitis-Erreger breiteten sich dagegen in 80 von 409 Lagern (überwiegend in der Region Lodz) aus; die Erkrankungsrate war um das 25fache höher als im gesamten übrigen deutschen Gebiet.  Die Untersuchung ermittelte 288 Erkrankungsfälle, davon endeten 66 tödlich; von 192 erkrankten Personen stammten 123 aus Wolhynien. Betroffen waren überwiegend Kinder unter 6 Jahren. Die Studie nennt zum Vergleich Zahlen der polnischen Seuchenstatistik für Wolhynien; demnach hatte es zwischen dem Frühjahr 1938 bis zum Frühjahr 1939 insgesamt bei über 2,3 Mio Einwohnern nur 121 Erkrankungsfälle von epidemischer Genickstarre gegeben, in Galizien im gleichen Zeitraum 432 Fälle bei 9,1 Mio Einwohnern. Erstaunlich ist auch ein Vergleich mit anderen Umsiedlergruppen aus der Dombrudscha, Bukowina, Bessarabien und den baltischen Staaten (insgesamt mehr als    275 000 Personen): die Erkrankung war in diesen Regionen z.T. völlig unbekannt oder trat allenfalls in seltenen Einzelfällen auf. Die Behandlung in den Lagern war schwierig: an manchen Standorten bestand Überbelegung,  teilweise waren keine Räumlichkeiten zur Isolierung verfügbar; außerdem wurden immer wieder Neu-Ansteckungen festgestellt durch die Zusammenführung von Familien, die (entgegen aller ärztlichen Empfehlungen) zunächst getrennt untergebracht worden waren. Bei Ausbruch einer Krankheit wurde sofort geimpft, letztlich wurde lt. Studie allerdings lediglich die Zahl der (zu erwartenden)Todesfälle damit vermindert.

Die Umsiedlungsaktion ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so reibungslos vonstatten gegangen, wie die offizielle Berichterstattung es glauben machen wollte. Döring weist z.B. auf einige Zugunglücke mit mehreren Toten und Verletzten hin (a.a.O. S. 140). Die Sterblichkeit von Umsiedlern als Folge der Reisestrapazen und der Kälte war kein Thema für die propagandistische Presse -  - denn es kam darauf an, die "Heimkehrer" als ein starkes, widerstandfähiges und kinderreiches Volk darzustellen. Dass die Realität eine andere war, mag ein Nachkriegsbericht des wolhynischen Pastors Karl Hugo Schmidt beispielhaft belegen: er hatte nach eigenen Angaben  in den ersten Wochen des Jahres 1940 aus den Lagern "täglich mindestens 6, manchmal 20 Kinder und Alte beerdigen" müssen. Ein Tätigkeitsbericht der Volksdeutschen Mittelstelle soll lt. Schmidt 918 Todesfälle und 198 Geburten für die Wochen der Umsiedlung ausgewiesen haben;  für Topzca, den größten Ort seiner früheren Gemeinde, "hatte er den Tod von 70 % der Säuglinge und Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr ermittelt" (Zitate / Hinweise in W. Fielitz "Stereotyp des wolhyniendeutschen Umsiedlers", S. 137).

Schon in den Lagern und insbesondere auch später, nach der Zuweisung von Höfen in verschiedenen Kreisen des Warthelandes, wurde kaum etwas unversucht gelassen, um die Umsiedler mit der nationalsozialistischen Ideologie und den Vorstellungen des Deutschtums vertraut zu machen.  Die zermürbende Tatenlosigkeit in monatelangem Lageraufenthalt und danach die verstreute Ansiedlung  - oft getrennt von bekannten und verwandten Familien ihrer jeweiligen Volksgruppe - machte die Umsiedler anfällig für die Propaganda, die darauf abzielte, die an die  Herkunftskulturen geknüpften identitären Bedürfnisse zu entwerten und aufzulösen; religiöses Leben wurde weitgehend unmöglich gemacht. Die Verunsicherung der Umsiedler in ihrer neuen Umgebung und ihr Bewusstsein, existenziell abhängig zu sein von Partei- und Staatsinstitutionen, lähmte z.T.  ihren Mut,  gegen schwierige Lebensumstände zu opponieren.  Frauenorganisationen aus dem Reichsgebiet  - wie die NS-Frauschaft, der Reichsarbeitsdienst für weibliche Jugend, der BDM und die Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen -  wurden mobilisiert, um die Umsiedler in den Lagern zu betreuen und  sie später auf ihren Höfen bei der Eingewöhnung in das neue Lebensumfeld mit Rat und Tat zu unterstützen - natürlich ganz im Sinne der staatlich verordneten Gesinnung und Gemeinschaftsziele. Diese reichsdeutschen Ansiedlerbetreuerinnen - besonders geschult und motiviert - behandelten die als kulturell rückständig und sprachlich defizitär angesehenen Volksdeutschen aus dem Osten nicht selten auf eine herablassende Art. Mit ihrem Aufgabenverständnis von regimegetreuer Erziehung und Kontrolle drangen sie in die Privatsphäre der Menschen ein  - es waren überwiegend Frauen, da die Männer zum Kriegsdienst eingezogen waren - und versuchten, ihr Gemeinschaftsleben zu steuern (zum Weiterlesen:   Elisabeth Harvey "Der Osten braucht dich! - Frauen und nationalsozialistische Germanisierungspolitik."  Übersetzung aus dem Englischen. Hamburg 2009).

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Anmerkung: Diese knappe Auswahl weniger einzelner Aspekte der Umsiedlung und ihrer Folgen aus der Perspektive der Wolhyniendeutschen soll nicht vergessen lassen, dass der rassistische Germanisierungswahn des Nazi-Regimes die Vertreibung  und  vielfach auch den Tod für die Bevölkerung der besetzten Gebiete  bedeutete: Hunderttausende Polen wurden nach Osten deportiert oder  als Zwangsarbeiter ins "Altreich" geschickt, jüdische Mitbürger enteignet, zu Zwangsarbeit verpflichtet, verschleppt, ermordet….

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* Markus Leniger „ Nationalsozialistische ‚Volkstumsarbeit‘ und Umsiedlungspolitik. Von der Minderheitenbetreuung zur Siedlerauslese“, Berlin, 2. Aufl. 2011,   

** Maria Fiebrandt „Auslese für die Siedlergesellschaft. Die Einbeziehung Volksdeutscher in die NS-Erbgesundheitspolitik im Kontext der Umsiedlungen 1939 – 1945“, Göttingen 2014

*** Stephan Döring „Die Umsiedlung der Wolhyniendeutschen in den Jahren 1939 bis 1940“, Frankfurt 2001

**** http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/umsiedlung-statistik.pdf

***** Charlotte Zapf „Untersuchungen über die Epidemische Genickstarre bei der Umsiedlung 1939 – 1940 der Volksdeutschen aus Wolhynien, Galizien und dem Narew-Gebiet, sowie bei der Südostumsiedlung (Bessarabien, Nord- und Südbuchenland, Dobrudscha) und der Umsiedlungen 1940/1941 aus Litauen, Estland und Lettland“ (Dissertation) Berlin 1944

  

zum Weiterlesen:

Wilhelm Fielitz  "Das Stereotyp des wolhyniendeutschen Umsiedlers. Polarisierungen zwischen Sprachinselforschung und nationalsozialistischer Propaganda",  Marburg 2000

 

Isabel Heinemann „Rasse, Siedlung, deutsches Blut. Das Rasse- & Siedlungshauptamt der SS und die rassepolitische Neuordnung Europas“,  Göttingen 2003

 

zeitgenössischer Bericht über die Realisierung der Neu-Ansiedlungen im Wartheland (1940):

http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/Volksliste.pdf.

 

Ute Schmidt  Die Deutschen aus Bessarabien. Eine Minderheit aus Südosteuropa (1814 bis heute)

Köln 2003, S. 213 - 215   - Kapitel 2.1 – Die Vorgänger: Balten-, Wolhynien und Galiziendeutsche

 

Foto-Dokumente:

http://www.dfg.de/pub/generalplan/zoom/z_vertreibung_1_1.html

 

Foto-Dossier der Süddeutschen Zeitung:

http://www.sz-photo.de/result_webshop/zweiter-weltkrieg-umsiedlung-volksdeutscher-aus-wolhynien-%2F-ostpolen-winter-1939-1940/dossier-1.1130878

 


 

Weiterführende Veröffentlichungen und Links:

 

Carina Vogt 

„Heim ins Reich!“ 

Die nationalsozialistische Politik gegenüber den sogenannten  „Volksdeutschen“ und ihre Folgen.

Diplomarbeit  2011 (Universiät Wien), Seite 89  - 132

online >>> http://othes.univie.ac.at/13789/1/2011-02-11_0602030.pdf

 

Ortfried Kotzian

"Die Umsiedler. Die Deutschen aus West-Wolhynien, Galizien, der Bukowina, Bessarabien, der Dobrudscha und in der Karpatenukraine"

München, 2005, Seite 42 - 70 (mit weiteren Verweisen)

 

Wolf-Rüdiger Größl

"Nationalsozialistische Umsiedlungsaktionen im Osten 1939–1944"

in: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.); Zeitschriftenreihe "Deutschland und Europa",   Heft 45 "Migration"  2002 / 3. Auflage 2004, Seite 28 - 33

online >>> http://www.deutschlandundeuropa.de/45_02/Migration.pdf   (pdf 2,6 MB)

 

Prof. Dr. Erich Müller (Aufsatz)

"1939/41 - Umsiedlungen der zerstreuten ostdeutschen Volksgruppen in die neu gegründeten Reichsgaue"   online: (pdf - 232 KB)

http://www.galizien-deutsche.de/hochgeladen/dateien/Umsiedlung-1939-Prof.E.Mueller.pdf

 

Deutsch-sowjetischer Nichtangriffsvertrag vom 23. August 1939

mit  dem geheimen Zusatzprotokoll

online: Bayerische Staatsbibliothek München

http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0025_pak&object=translation&st=Volksdeutsche&l=de

 

Erlass "zur Festigung des deutschen Volkstums" vom 7. Oktober 1939

online: Bayrische Staatsbibliothek München

http://www.1000dokumente.de/?c=dokument_de&dokument=0075_vot&object=context&l=de

 

Deutsch-sowjetischer Umsiedlungsvertrag vom 16.11.1939

www.forost.ungarisches-institut.de/pdf/19391116-1.pdf

 

Pressemeldung "Die Umsiedlungskommission in Wolhynien"

in: "Thorner Freiheit"  Ausgabe 14. Dezember 1939 (1. Jahrgang, Nr. 74), Seite 2 

Kujawsko-Pomorska Digitale Bibliothek >>>  http://kpbc.umk.pl/dlibra/docmetadata?id=25490&from=publication

(in der Ausgabe vom 16.11.1939 wird bereits über die Ansiedlung von 350 wolhyniendeutschen Bauern in den Dörfern

Biskupitz, Eichenau und Birglau berichtet)

 

Filmbericht zur Umsiedlung der "Volksdeutschen" aus dem Osten im US-Internet-Archiv

O-Ton der UfA-Tonwoche vom 31.1.1940  (Gesamtlänge 16:45 Min) 

Bericht zur Umsiedlung ab  Min 6:33 bis Min 9:29  >>>   http://archive.org/embed/1940-01-31-UfA-Tonwoche

 

Forschungsportal "Historisches Wolhynien" (ukrainisch) -

Kurzvideo über die deutschen Kolonisten und die Umsiedlung   (ukrainisch)

>>> http://istvolyn.info/index.php?option=com_content&view=article&id=1608:----2&catid=38&Itemid=47

 

Historische Militärberichte 1940 - 1944

(Sammlung des Ungarischen Instituts München: Suchfunktion mit Stichwort "Wolhynien")

>>> www.ungarisches-institut.de/

 

Dokumente im Bundesarchiv Berlin (Bestandsübersicht) 

http://www.argus.bundesarchiv.de/R69-32862/index.htm?kid=adf9b65f-40ac-4f48-aef7-c6926eedb67c

 

Bericht aus den 1940er Jahren - Dokument des Deutschen Auslandsinstituts

"Das Leben in den deutschen Dörfern um Shitomir"

(Übersetzung ins Englische) 

(pdf -33 Kb)    http://www.blackseagr.org/pdfs/konrad/Life%20in%20the%20German%20Villages%20around%20Shitomir.pdf

 

Zeitgenössische Publikationen:

Felix Lützkendorf  "Völkerwanderung 1940", Berlin 1940

(Tagebuchaufzeichungen 8.  - 21. Januar 1940 von der Reise des Autors mit einem Filmteam der Wochenschau zu den Grenzübergangsorten / Durchgangslagern für Wolhyniendeutsche)

 

Reinhold  Henke (vormals Pastor der Gemeinde Roszyszcze in Wolhynien)

Wie die Deutschen aus Wolhynien heimkehrten

Essen, 1940 (16 Seiten DIN A 5)

 

Plakat 1941

Deutsches historisches Museum  https://www.dhm.de/lemo/Bestand/objekt/99006790

 

Bernhard Schwarz   "Abschied von Wolhynien"

in: "Das Generalgouvernement", 2. Jahrgang 1942, Heft 4, Seite 52 - 59

http://dlibra.umcs.lublin.pl/dlibra/docmetadata?id=3257&from=&dirids=1&ver_id=&lp=17&QI=   (Dateiformat djvu)

 

Eduard Kneifel

"Die Heimkehr der verpolten 'Holländer' am Bug und in Wolhynien"

in: Adolf Kargel, Eduard Kneifel (Hrsg.) "Deutschtum im Aufbruch"

Leipzig 1942, Seite 234  - 240

http://archiv.difmoe.eu/monographien/A_0286-07/HTML/index.html#/240/

 

Kritische Analyse des NS-Propaganda-Films "Heimkehr"

(Gerald Krimmel, Universität Krems / Österreich)

http://www.donau-uni.ac.at/imperia/md/content/studium/kultur/film/heimkehr.pdf

 

Rolf-Dieter Müller "Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik"

Frankfurt/M  1991

http://www.ostdok.de/de/fs1/object/goToPage/bsb00042247.html?pageNo=1

 

Ausstellung des Zentrums gegen Vertreibungen  (ZGV)   "Erzwungene Wege"

http://erzwungenewege.z-g-v.de/Vertreibung/polenukrainer/zwangsumsiedlungendeutsche.htm

 

Fotos von der Umsiedlung

Österrreichische Nationalbibliothek (online)

>>> http://www.bildarchivaustria.at/Bildarchiv//307/B1080879T4323718.jpg

>>> http://www.bildarchivaustria.at/Bildarchiv//307/B1080887T4323734.jpg

 

Hessisches Staatsarchiv Darmstadt:

DRK-Schwester bei der Essensausgabe an Wolhyniendeutsche (1939) 

>>>    https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/binary/ZJIYRPK4FBTNQ72PH2G5QYQ2ABIWQR54/full/1.jpg

 

Digitales Archiv Marburg; Projekt der Arbeitsstelle Archivpädagogik am Staatsarchiv Marburg:

Der Treck

>>>  http://www.digam.net/dokumente/580/1.jpg

 

Deutsches Historisches Museum:

Wolhyniendeutsche  im Warthegau

>>> http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/ba006942/index.html

>>> http://www.dhm.de/datenbank/img.php?img=vlt03955&format=1

>>> http://www.dhm.de/datenbank/img.php?img=ba006942&format=1

>>> http://www.dhm.de/datenbank/img.php?img=ba008430&format=1

>>> http://www.dhm.de/datenbank/img.php?img=ba150225&format=1

>>> http://www.dhm.de/datenbank/img.php?img=ba008426&format=1

 

Belgisches Forschungs- und Dokumentationszentrum

Fotos vom Treck und  aus dem Lager in  Lodz

http://pallas.cegesoma.be/pls/opac/plsp.getplsdoc?rn=94372&lan=F&htdoc=general/opac_dsc.htm

 

VIA REGIA  - Kulturstraße des Europarats

http://www.erinnerungspfad-viaregia.eu/Hitler.Stalin.Bilder/09.umsiedlertreck_am_bug.jpg

 

International Institute of Social History  Amsterdam

Die Rückkehr der Wolhyniendeutschen ins Reich - Ankunft in Hrubieszow 

>>> http://disseminate.objectrepository.org/file/level2/10622/30051000451747

 

Berichterstattung in der "Thorner Freiheit" - Ausgabe 6. Januar 1940

http://kpbc.umk.pl/dlibra/docmetadata?id=25865&from=publication

 

Berichterstattung in der "Lodzer Zeitung"*   Januar 1940

Ausgaben online: poln. Digitale Bibliothek Lodz   http://bc.wimbp.lodz.pl/dlibra/publication?id=29008&tab=3

 

Ausgabe 2. Januar 1940

 

 

4. Januar 1940

 

9. Januar 1940

 

13. Januar 1940

 

28. Januar 1940

 

29. Januar 1940

 

weitere zeitgenössische Presseberichte:

"Ostdeutscher Beobachter", Ausgaben vom 4. und 5. Januar 1940:

Großpolnische digitiale Bibliothek:

http://www.wbc.poznan.pl/dlibra/docmetadata?id=119494&from=publication (Seite 3)

http://www.wbc.poznan.pl/dlibra/docmetadata?id=119495&from=publication (Seite 3

 

Eine frühe umfassende Analyse der Umsiedlung von Deutschen aus dem Osten

veröffentlichte 1946 das französische Institut für Statistik und Ökonomische Studien: 

Institut National de la Statistique et des Études Économiques

« Les Transfers Internationaux de Populations »

Paris 1946 

online (Französische Nationalbibliothek):   http://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb336295719

 

* lizenzfrei für private Zwecke

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letzte Änderung: 1.4.2017