Kraszewski Reise 1841 (1)

Auszug aus dem „Magazin für die Litteratur des Auslandes“, Jahrgang 1841*

(Rechtschreibung und Hervorhebungen sind aus der Vorlage übernommen; Fußnoten als eigene Ergänzung)

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                     Aus Kraszewski’s Wolhynischen Reisebildern.

Wolhyniens Schicksal wurde erst bei der Vereinigung Litthauens mit Polen entschieden: bis dahin ging dieses Land von Hand zu Hand und wechselte zwischen der Herrschaft der Russischen Fürsten und der Polnischen Könige. Wenig später waren in demselben die Spuren der Kosaken-Anfälle eben so sichtbar, als vorher die des Kampfs zwischen Kasimir mit Lubart. Nach Litthauens Vereinigung mit Polen dauerte noch ein langer Zwist darüber, ob Wolhynien sich zur Krone oder zu Lithauen zählen sollte; beide Länder erhoben Rechte an der Provinz, brachten die Zeugnisse der Chroniken, und auf den Reichstagen wurde hart gestritten. König Wladislaus[1] gab 1434 dem Wolhynischen Adel vollkommen gleiche Rechte mit dem Kronadel; Stephan Batory[2] bestätigte diese Gleichstellung bei seiner Krönung 1576. Siegmund August[3] erkannte Wolhynien als zur Krone gehörig. Unter dem Jagellionen Kasimir[4] wurde es von Polen getrennt und mit Litthauen vereinigt. Dieser Zustand dauerte bis zur Union 1569, und nach vielen Streitigkeiten kam Wolhynien wieder an die Krone. Seit dieser Zeit erlosch das Wolhynische Marschall-Amt, und es folgte der Rang der Wojewoden, Kastellanen ec. Regiert wurde nach Litthauischem Statut[5].

Die Wojewodschaft Wolhynien zerfiel in drei Kreise: den Luzker, Wlodziermierser und Krsemienienzer. Die vor den Reichstagen abzuhaltenden Landtage wurden in Luzk zusammengerufen, wo man sechs Abgeordnete wählte, deren Zahl sich nachher auf drei reduzirte. Das Wappen des Landes war ein weißes Kreuz in rothem Felde; 1589 wurde der Polnische Adler hinzugefügt. Unter den Wolhynischen Wojewoden treten als die Ersten hervor: die Fürsten-Familien Czartoryski, Korezki, Wischniowiezki, Sanguschko, Potocki.

Wolhynien mit der Ukraine und Podolien ist nicht ohne Grund als die fruchtbarste aller Polnischen Besitzungen berühmt gewesen. Seine großen ährenbedeckten  Ebenen, die von einer verhältnismäßig kleinen Bevölkerung bearbeitet werden, ernährten nicht nur das hierher zusammenströmende Gesindel, sondern belebten auch den Getraidehandel auf dem Schwarzen und Baltischen Meere.

Die Fruchtbarkeit Podoliens, der Ukraine und Wolhyniens ist allbekannt. Meierberg hatte Zeit genug, sie auf seiner Reise kennen zu lernen, und fremde Schriftsteller haben viel davon gefabelt. So schreibt Gratian, daß der kaum einmal vom Pfluge berührte Boden fünfzigfach lohne; Miechowita spricht von einer zweifachen Aerndte bei einmaliger Aussaat. Indessen haben wir die letztere Erscheinung auch in Podolien, wo, wenn das überreifte Getraide sich verschüttet, im folgenden Jahre oft eine zweite reiche Aerndte gemacht wird.

Andere schrieben von Gräsern, welche Manneshöhe überragen, und erdichten eine Vegetation, daß ein Pflug, der einige Tage im Felde bleibt, mit Gräsern umwachsen ist.

Wolhynien gewährt verschiedene nützliche Pflanzenarten, besonders sind schon früh seine Tabacks-Pflanzungen bekannt, die herba crucis, herba sana und herba sancta genannt, deren anfänglicher Gebrauch der Grund einer lebhaften Polemik wurde, wogegen auchin Polen viel geschrieben worden. Der Preis für ein Pud Taback war im Jahre 1721 zehn Kaisergroschen.

Kzontschinski citirt eine in Wolhynien ausgegrabene fette Lehmart (Comolia terra), woraus Pfeifen gemacht werden. An vielen Orten gräbt man weißen, rothen, gelben Thon und Gips, Eisen und selbst Bernstein.

Meth und Wachs sind Ausfuhr-Artikel nach Schlesien und Preußen. Reichliche wolle liefern die großen Schafherden in den Karpaten.

Unter den Thierarten erwähnt Kzontschinski einer dort so benannten Padina, welche von den Bewohnern sehr gefürchtet wird. „Ihr Vaterland – sagt er – ist Wolhynien; sie hat einen grünlichen Schnabel, ist von der Größe einer Gans, Füße und Zunge sind schwarz, Der Schwanz ist der einer Schlange und endet in einem Pfeil.“ Diese Beschreibung erinnert an die Eidechsen bei Johnston und anderen alten Naturalisten. Die Padina fliegt und läuft auf den Feldern. Man erzählt von diesem Geschöpfe Wunderbares genug. [6]

Trotz der Freigebigkeit des Bodens, kommt dort doch oft Hungersnoth vor. 1699 starben die Menschen vor Hunger, und die Spuren der Hungersnoth waren noch sieben Jahre nachher sichtbar.

Im Jahre 1605 traf das Land ein Erdbeben, daß die Geräthe von den Tischen fielen und die schlafenden Menschen aus den Betten.

1620 bemerkte man in Lemberg, Kamienz und Halisz leichte Erschütterungen, 1799 waren sie in Wolhynien so stark, daß die Häuser davon barsten; 1801 trafen kurze Schläge die Gegend von Konstantinov; das lezte von 1838 wurde durch den größten übrigen Theil Europas gespürt.

Auch von der Pest wurde das Land wiederholt heimgesucht; ferner erlitt es häufige Wasserschäden; 1710 waren die Heuschrecken in solcher Menge im Lande, daß sie die frische Saaten abnagten und selbst in die Häuser drangen.

Kzontschinski berichtet von vielem Wunderbaren, daß im Jahre 1704 sich auf den Häusern rothe Linien an verschiedenen Orten, zur selben Zeit und in gleicher Höhe von der Erde, gezeigt hätten.

Wolhynien – haben wir schon gesagt – gehörte auch den Russischen Fürsten. Den Namen des Landes leitet Karuschewicz vom Schlosse Wolyn her, wo heute eine Burg nache Käbinschov am Bug steht. Nach seiner Ansicht kamen im vierten und fünften Jahrhundert von der Wolga (Wolha) die Wolänier. Konstantin Porphyrogenetos zählt im zehnten Jahrhundert die diesigen Völkerschaften auf, nämlich: Derblenini, Drugubitani, Ulhini (Wolhynier), Lezennini.

-Wolhynien war und ist noch das Land der Magnaten: erst jetzt fangen ihre ungeheuren Güter an sich etwas zu verkleinern und in kleine adlige Besitzungen zu zersplittern. Früher gab es hier nichts Gewöhnlicheres, als Fürsten, Grafen und Prätendenten des Grafen-Titels; überall sah man diese Herren mit neunperligen Kronen im Wappen. Die bedeutendsten Familien hatten hier ihren Ursprung, ihre Schlösser, nach denen sie sich nannten, und ihre ausgedehnten Güter. Es giebt wenig Kleinadel; die Dörfer sind von geringem Umfange, die Häuser selbst sehr bescheiden. Das Land wimmelt von den hochgeborenen und erlauchten Herren; der Titel ist in Wolhynien etwas äußerst Wichtiges, er ist aber auch etwas Gewöhnliches und manchmal ein sehr unbequemes Ding. Der Reisende sieht überall Paläste, Parks, moderne Wagen, schöne Gespanne, und daneben genug Arme und Bedrückte, die nur die Fruchtbarkeit des Bodens rettet, und zwar gegen den Willen der Herrn, die sich um die Existenz der Bauern selten kümmern; davon giebt’s wenig Ausnahmen. Die Sitten des Adels tragen insgemein den Stempel des Magnatismus. Niemand will geringer seyn als der Andere oder sich ärmer zeigen; Jeder treibt Aufwand in Wagen,  Livreen, im Hause, in der ganzen Lebensweise. Kein Wunder also, wenn sich das Vermögen verringert und jene Magnaten in ihrem Alter bei ihrem Wappen darben, wenn man die leeren Paläste zerfallen sieht und dort Tod, wo vor kurzem noch ein glänzendes Leben herrschte. Die dasige Welt ist sehr modern; die Orakelsprüche der Pariser Journale weiß sie hochzuschätzen, spricht über neue Literatur, mag sich gern gut zerstreuen und hauptsächlich ins Ausland reisen. Bücher sind hier, wie in vielen anderen Gegenden, größtentheils ein bloßes Möbel im Salon; unaufgeschnitten und bestäubt stehen sie in bester Symmetrie zum Beschauen da. Man hat sie des Wohlstandes wegen – und hat sie überall, aber das Bedürfnis, zu lesen, fühlt das Publikum nur in geringem Grade.

Was die Polnische Literatur betrifft, so kann der Wolhynier wegen seiner Entfernung von Warschau und Wilna, diesen beiden Hauptheerden der Literatur, etwas Neues selten schnell erhalten und bemüht sich auch selten darum. Die Sprachkundigeren, namentlich die, die Französisch sprechen, lassen sich zur Lektüre Polnischer Bücher nicht herab. „Quelle idée! ein Polnisches Buch lesen? un gout extraordinaire!“ sagen sie und verurtheilen mit einem Hohnlächeln die ganze Polnische Schriftstellerei.

Viele Wolhynische Magnaten haben schöne Bibliotheken, kostbare Gemälde, aber noch kostbarere Paläste, prunkvollere Parks, deren Instandhaltung um so schwieriger ist, da die Schönheit mit so vielen Geschmacklosigkeiten und Kritiken zu kämpfen hat.

Das Hochzeits-Zeremoniell geschieht in Wolhynien meistens mit ungeheurem Aufwand und mit Beibehaltung aller alten Sitten; aber die Jugend heirathet nicht sämmtlich, nicht, wie im ehrbareren Litthauen, so durch die Ehe der Mensch erst vollständig wird. Ich weiß nicht, ob man diese Antipathie gegen den Ehestand dem Einfluß der Literatur des 18ten Jahrhunderts, die noch stellenweise ihre Verehrer hat, oder den Französischen Romanen des 19ten Jahrhunderts oder einem anderen Umstande zuschreiben soll. Die Jünglinge wollen erst vollkommen austoben. Und wenn sie ausgetobt, die Gesundheit durch Sinnenlust verloren und nichts mehr zu verlieren haben, dann verheirathen sie sich. Diese späten Ehen rechtfertigen das Sprüchwort: Vor 25 Jahren heirathet der Mensch, bis zum  40sten die Leute, und nach ihm selbst der Teufel nicht mehr. In dieser mittleren Periode werden auch hier meistens die Ehen geschlossen; sie sind also kalt und berechnet, sie jede Speculation; die erste Rücksicht dabei ist materieller Gewinn, die sie Ehren halber eine Sicherstellung vor Unterwürfigkeit nennen, d.h. Sicherstellung vor Arbeit und Sorge. Diese Bedingung sine qua non ist zuerst berücksichtigt, das Uebrige wird schon von selber! Und es wird auch. Der ärmere Adel ist von dem reichen so ausdrücklich geschieden, wie ein Stück Land vom anderen. Die Civilisation hat diese beiden Klassen hier noch nicht gleich gemacht; die geringere Bildung des Kleinadels zieht demselben den Hohn der anderen Klasse zu und macht hauptsächlich die Kluft zwischen beiden. Es fehlt nicht an solchen Magnaten, die, da sie den allgemeinen Hang zum Luxus haben, sich durch Mäßigkeit und Einfachheit auszeichnen wollen, sich auf Speculationen legten, Handelsleute, Fabrikanten u.s.w. wurden. Das Beispiel war schön, aber die Mühe um Vermögenserwerb sollte sie nicht gänzlich des Gefühls berauben, sie zu Menschenhassern umschaffen und ihnen Eigenliebe einpflanzen. Leider! die Liebe zum  Gelde ist der Menschenliebe so entgegengesetzt, daß beide sich schwer mit einander aussöhnen lassen. Es giebt keine industriellere Nation, als England, aber Barmherzigkeits-Angelegenheiten u. dergl. sind dort den Kammern überlassen; diese errichten Asyle, Arbeitshäuser, Spitäler und mache eine Taxe für die Armen; das Elend zieht mit ausgestreckter Hand nicht einen Penny über die Taxe aus der Tasche des John Bull. Die Beschäftigung mit Speculationen, Verbesserungs-Projekten, politischer Oekonomie macht den Menschen kalt, und den Armen, der Trost, Mitgefühl und Privathülfe sucht, schickt er in ein Arbeitshaus, wo die sogenannte charité legale mit  trockener und kalter Hand die Wunden verbindet, aber nicht heilt. Je mehr Ordnung der Mensch auf der Erde macht, desto ferner steht er von der wahrhaften Ordnung.

Dieser unwillkürliche Fehler hat nicht ganz auf Wolhynien Bezug: hier sind die Spekulanten und Oekonomisten eine Seltenheit und eine Ausnahme. Doch wurde sicher durch den Einfluss des Speculationsgeistes hier vergessen, daß einst die Gastfreundschaft eine  Haupttugend unseres Charakters ausmachte, und daß man in diesem Lande einst den Gast einen Boten  Gottes nannte. Eine äußerliche Halbcivilisation, Handelsgeist und Gewinnsucht haben die alte Gastfreundschaft verbannt – und das alte Sprichwort:

Das Beste, was du hast,

Ist immer für den Gast, -

Ist jetzt für das neue vertauscht worden: Wir leben nur für uns. Freilich giebt es hiervon Ausnahmen, aber Schade, daß es nur Ausnahmen sind. Im größten Theil der Häuser giebt Dir der Wirth nichts zum Mittage, wenn Du nur um ein Weniges seine kanonische Stunde verfehlt hast. Er tritt Dir nicht die Reste seiner Bratenschüssel ab, sondern sie wird sorgfältig bewahrt und harrt so lange im Schranke, bis man sich des Gastes entledigt hat. Die Alten fragen den Gast nicht, wer er war? woher er war? genug – er war ein Gast, und sie bewirtheten ihn mit dem Besten des Hauses – aber bei diesen Börsenmännern, welche nur die Prozente ihrer Pfandbriefe berechnen, ihre Fabriken und  Millionen überwachen, werden die Gäste wie Hunde behandelt. Denn so nenne ich auch diejenigen, welche sich dieser Demüthigung fügen und in den Häusern bleiben, wo die saure Miene des  Wirths und sein saurer Wein den alten, offenen, geraden, herzlichen Empfang vertreten haben. Beim Bauern will ich Milch und Grütze, beim Edelmann Bier und Eierkuchen, beim Junker den Wein, den er selber trinkt, beim Hochgeborenen  auch die Trüffeln, Kapaunen und Fasanen essen, die er selber genießt; sonst ist er nicht gastfreundlich. Die heutige Gastfreundschaft gleicht nur einem Almosen, und wer, sollte er vor Hunger sterben, würde solches Almosen nehmen!

Heute, ja heute! suche mit der Laterne diese charakteristische Gastlichkeit früherer Jahre. Du kommst, man meidet dich, Du wartest, trittst ein, wirst kalt begrüßt, starr angesehen, die Pferde, wenn Du welche hast, schickt man Dir nach der Schenke, sofern Du etwa übernachten willst; den anderen Morgen kümmere Dich nicht um die Räder; niemand zieht sie Dir ab, außer etwa der Schenkjude, wenn Du ihm nicht fürs Nachtlager bezahlst; niemand begleitet dich außer dem riesigen Kammerdiener, wenn Du ihm für die Offerierung einer Portion Thee ein Paar Gulden reichst, die er verächtlich in die Tasche schiebt.  Aengste dich nicht, man zwingt  Dich nicht zum Essen und Trinken, um länger zu bleiben. Dein Wirth, der nur sich selber gern sieht, ist im Stande, von Hause wegzufahren, oder doch wenigstens die Pferde anspannen zu lassen, um Dich nur los zu werden. Bei Tafel steht vor ihm Bordeaux, vor Dir eine rothe Essigessenz, und die Speisen theilt man nach Damons’s Manier: Die Leber für mich, und die Gäste die Pfoten, damit ihnen bald auf die Beine geholfen wird. Das Andere ist in derselben Art.

Doch müssen wir sagen, daß es nicht überall so ist, nur je größer der Palast und je schöner der Park, desto gewisser kannst du seyn, daß Du dies drinnen finden wirst; je niedriger die Hütte, desto freundlicher begrüßt Dich die gastliche Hand.

Doch zum Ersatz für die alte Gastfreundschaft findet sich hier noch bis zum heutigen Tage ein Ueberbleibsel des 17ten Jahrhunderts, die sogenannte Junakerie.

Und wissen Sie, was ein Junak ist? Es ist eine kleine, schrumpfe, schwarze, schnurrbärtige Figur, einst militairischer Kavallerist, jetzt  Hauswirth. Er trinkt, schlägt Alles und fürchtet Niemand. Sein für den täglichen Gebrauch nützlichstes Instrument ist ein Kantschu. Der Junak hat schöne und gute Pferde, denen er den Kopf durchschießen könnte, wenn sie unter ihm stolperten. Die Liebhaberei guter Pferde ist in Wolhynien gewöhnlich genug; es gibt Ställe, wo am einen Englischen Bereiter und Arabische oder Türkische Stuten findet. Aber das Pferd eines Junaks ist nicht ein schönes, großes Racen-Pferd von reinem Blut, sondern ein Kosakenklepper, lebhaft, flüchtig, sicher zu Fuß und vor Allem feurig.

Früher wurden in Wolhynien von den meisten Grundbesitzern Kosaken gehalten, heute nur von den Magnaten und Junaks. Bei den ersteren bilden sie die Bedienung und kleiden sich in ihre Burka (nach Art der hiesigen Regenröcke), ihre Kurika, den Kolpak  und die Scharawara; sie bilden die Suite. Bei den Junaks sind sie noch, wenn auch ein schwaches Regiment, und haben einen Alaman. In einem Orte fand ich noch ein solches Regiment, welches täglich zur Nachtwache vor dem Schaß und dem Schlafzimmer des Fürsten aufzog. Diese Leute sind an unbedingten Gehorsam gewöhnt, sie schlagen, tödten, ersäufen, erschießen einander, thun Alles ohne Ausnahme, was der Herr befiehlt. Alle Avantüren jener wahnsinnigen und rohen Art, wie sie sich die Junaks mit den Kosaken erlauben, sind weder möglich, noch nöthig zu erzählen. Mit Seufzen muß man sich nur wundern, daß die Civilisation das Übel nur mehrt, statt ihm abzuhelfen. [7]

Die Wolhynischen Landleute haben ihre alten Sitten, ihre Tracht und ihren Aberglauben sich erhalten. Die Männer lassen den Kinnbart lang wachsen, was ihre Physiognomie etwas verfinstert. Die Jünglinge scheeren den Bart während gewisser Fasten ebenfalls nicht. Sie tragen braune Ueberwürfe, auch weiße und graue, rings mit rothen Schnüren besetzt. Auf dem Ueberwurf hängt ein sogenannter Kaptur, der bei aller Verzierung eine unnütze Last ist und etwa nur bei Hagel oder Regen über den Kopf geworfen wird. In Poberesen tragen die Bauern statt dessen ein quadratförmiges Stück Tuch auf den Schultern. Die Frauen tragen gelbe oder rothe Stiefeln, couleurte Beinkleider, entweder gelb, grün oder roth, und kurze Kaftane. An vielen Orten trägt man statt der ganzen Hose zwei Laken, von denen das eine hinten, das andere vorn am Gürtel befestigt ist.

Im Allgemeinen sind die Wolhynischen Weiber nicht schön, doch dagegen sind es die Männer von Gesicht und Körperbau.

Ich war Zeuge eines Theils einer Hochzeitsfeier, zu der ich in demselben Augenblicke eintraf, als man das junge Paar nach Hause zurückführte. Es wurde von einem zahlreichen Haufen begleitet. Ein Zimbelschläger und ein Geiger spielten nicht üble Kosaks. Lange stand die Hochzeit vor dem Hause, lange sang und spielte man, ehe die Brautmutter heraustrat. Nun wurde der Tisch gedeckt und Brod und Branntwein aufgetragen.

Die Braut - wurde mir gesagt – gehe gewöhnlich in ungereinigtem Hemde und Hose zur Trauung. Vielleicht deutet dies darauf hin, daß sie, gewaltsam von der Arbeit fortgeschleppt, keine Zeit hatte, sich umzukleiden. Endlich trat die Schwiegermutter in umgekehrtem Pelze heraus, nahm eine Flasche mit Branntwein, trank, goß das Uebrige hinter sich und warf das Glas zu Boden. Alles das sind heut unerklärbare Symbole. Uebrigens geschah die Bewirthung auf dem Hofe mit allem Ernste und hatte das Ansehen einer wichtigen Zeremonie. Die Schwiegermutter führte die Hochzeit in die Hütte. Den Gästen folgten Zimbelist und Geiger, und für mich hatte das Schauspiel ein Ende.

Die Hütten in Wolhynien sind rein und ordentlich, obgleich größtentheils von kleinen Holzstücken erbaut und mit Lehm ausgeklebt; sie sind mit einem Zaun von Stroh und Erde umgeben.

Das Volk hat eine trübe Miene, trägt sich demüthig, fällt für ein gutes Wort oder die geringste Hülfe zu Füßen. Die Volkslieder sind nicht frohen Inhalts, außer dem Kosak, und auch hierin ist die Musik, wenn auch der Rhythmus lebendig, am häufigsten melancholisch und trübe. Kein Wunder auch, daß dies einst so vielen Anfällen, Kriegen und Räubereien unterlegene Land noch das Andenken an jene unglücklichen Schicksale noch in seinen Liedern erhalten hat. Das Verhältniß der Magnaten zu den Bauern konnte wohl auch dazu beitragen. Das Volk ist gut und folgsam bei glimpflicher Behandlung, aber stolz im Herzen, denkt es lange einer Beleidigung und wartet auf den gelegenen Augenblick der Rache. Die Magnaten vergessen, daß jene Armen auch Menschen sind, aber dafür bezahlen sie oft mit dem Leben. Von der anderen Seite, welche Anhänglichkeit an gute Herren, welches Gefühl der Dankbarkeit, welche Ausdauer!!

Der Glaube an Hexerei und deren Macht dauert hier unerschütterlich fort. Den Hexen schreibt man alles Böse zu, was im Dorfe geschieht. Es wurde mir erzählt, daß erst neuerlich bei anhaltender Dürre ein Weib ersäuft worden sey, um auf diese Weise Regen zu erbitten. In den Gerichtsakten von Luzk findet sich eine besondere Art des Aberglaubens niedergelegt, die in dem betreffenden Dekret, wie folgt, erzählt wird.

Ein Weib knetete Brodteig, und als ihr bei dieser wichtigen Arbeit ein in der Stube umher promenirendes Kalb hinderlich wurde, rief sie zornig: Du sollst krepiren! -  Das Kalb fiel in demselben Augenblick und krepirte. Bei diesem Anblick lief das Weib ans Fenster und bezeichnete daran mit einer Kohle den Schatten von der Sonne, in dem Entschlusse, ihre Entdeckung zu benutzen, da sie wußte, daß, so oft die Sonne denselben Schatten werfe, ihre Worte von demselben Erfolge seyn müßten. So hatte sie nun die Sitte, zu jener Stunde alle ihre Feinde zu verwünschen, von denen sie nach ihrem eigenen späteren Geständnis schon sehr viele des Lebens beraubt hatte. Nach der Entdeckung wurde ihr der Kopf abgeschlagen!!

Daß der Glaube an Hexenmacht sich noch bis jetzt erhalten hat, dafür wird ein neuer Beweis das Bauerndekret von Bobryc seyn, was wir hier in Kürze mittheilen wollen:

Wir Endesunterschriebenen, die Gromade[8] Bobryc und Kijamka, garantiren hierdurch mit unserer Oekonomie für die Witwe Tschisicha, welche dieselbe Versicherunggiebt, daß sie von nun an alle Verwünschungen, Verstümmelungen, alle Krämpfe und öffentlichen Berufungen einstellen und das Recht, die Kinder zu schlagen und zu tödten, aufgeben wird. Seit ihren jungen Jahren wissen wir, daß sie unruhiger Natur war, was mit den Jahren gränzenlos wuchs. Sie verstand alle Künste des Bösen, verübte alle Gräuel, hatte Gott, ihren Schöpfer, vergessen *) und fiel in die äußerste Wut, Unheil zu stiften, so daß sie  wegen ihrer unhemmbaren Bosheit unter den Nachbarn keine Freunde mehr haben konnte, weil jeder ihren Stab, ihre Zunge und ihre Teufelskünste fürchtete. Daß sie jetzt bei ihren vorgerückten Jahren allen diesen Niederträchtigkeiten, wie oben gesagt, ein Ende setzen wird, verbürgen wir u. s. w. am 2ten Juni 1832.

Auf dem Wege nach Dubno hatte ich die Freude, im Schlosse des Grafen Chodkiewicz [9] aufgenommen zu werden, der wegen seiner gelehrten Arbeiten und namentlich des von ihm herausgegebenen Werkes über Chemie berühmt ist. Die Schönheiten der Anlagen, der Burg und des Palastes fesselten mich nicht so sehr, als die Begierde, meinen Wirth kennen zu lernen und seine historischen Sammlungen zu sehen. Sein Palast, welcher auf einem Hügel über einer Wasserfläche zwischen hohen Bäumen steht, ist im Stil des 18ten Jahrhunderts erbaut und kündet dem Ankömmlinge schon von weitem eine herrschaftliche Residenz an. Der untere Salon, worin wir saßen, ist vollkommen im Geschmack des vorigen Jahrhunderts dekorirt. Alles war darin symmetrisch, und ich glaubte mich wirklich ein Jahrhundert rückwärts stehend. Von hier führte mich mein Wirth zu seiner Manuskripten-Sammlung. Sicher war seine Bekanntschaft mit glühenden Altertumsforschern, die zugleich nicht zu skrupulös seyn mochten, der Grund, daß mir der Graf seine Schätze mit ungewöhnlicher Vorsicht zeigte, als ob er meinerseits einen Raub fürchtete. Das war mir auch kein Wunder, da unsere Literaten ohne Zeremonie überall nehmen, was ihnen gefällt, indem sie zu ihrer Rechtfertigung anführen, so wie der Jäger einen Hund, so dürfe der Literat ein Buch stehlen. – Aber das Französische Sprichwort: On prend son bien partout, où on le trouve, dient nur den Franzosen, nicht uns.

Ich besah die Manuskripte, worunter das Wichtigste das Gesetzbuch von 1566 in Russischer und ein späteres in Polnischer Sprache waren. Wir besahen viele Privilegien mit Königlichen Unterschriften, Briefe hoher Personen und der historischen Familien Litthauens, worunter die Familie Chodkiewicz eine schöne Stelle einnimmt. Ich sah einen eigenhändigen Brief von Stephan Czarniecki**), ein wichtiges Denkmal der Geschichte[10]; viele Kriegsrapporte von Koschtschiuschko[11]  ec. Die Bibliothek des Grafen, aus 20.000 Bänden bestehend, befand sich damals in Warschau. Seine Hauptbeschäftigung waren chemische Forschungen, wozu er ein Laboratorium und die erforderlichen Maschinen besaß. Eben in dieser Zeit freute er sich der Entdeckung der Schwere des Lichts (worüber von ihm später in Wilna eine Abhandlung erschien). Die Mittheilung über diese wichtige Entdeckung fand in mir einen Thomas; nicht, als ob ich rationell die Lichtwage nicht begriffe, aber die materielle Uerberzeugung davon fand ich unmöglich, und zwar darum, weil die Mittel der Erfahrung sehr unzulänglich sind und die Werkzeuge sehr unvollständig. Doch war ja die Luftwage so lange problematisch, und am Ende überzeugte man sich doch davon; warum sollten wir uns nicht eben so vom Wägen des Lichts und der Wärme überzeugen?[12]

Außer einer Menge von Privilegien und Briefen verschiedener Zeiten, doch nicht bis über das 16te Jahrhundert hinaus, zeigte mir der Graf die Keule Gonschewksi’s, worauf die Worte: Pro Deo et Patria Gosiewski Palat., einen Säbel, den Johann III. (Sobieski) getragen hatte, worauf die Worte standen: Cave a falsis amicis, salvabo te ad inimicis. Der Graf lebt heute nicht mehr, aber Heil ihm, daß er sein Leben zum Beispiel machte, sich den Wissenschaften aufopferte und, nachdem er dem Lande mit dem Schwerte genützt, auch  im Greisenalter noch dafür arbeitete.

Ich kam nach Dubno; die Stadt ist an der Ikwa gelegen, die in den Styr mündet. Zuweilen ist die Stadt sehr lebhaft. Maltebrun[13] bestimmt die gewöhnliche Einwohnerzal auf 6000 und sagt, daß bei Militair-Versammlungen sich hier 30.000 Mann einfinden. Die Stadt bietet keine Denkmäler alter Zeiten, aber die Geschichte der Tartarenkämpfe, welche sie bestand, ist zu wichtig,  als daß wir nicht ein Bruchstück daraus erzählen sollten. Wir sehen bei dieser Gelegenheit zugleich, was für eine Bedeutung bei den Alten eine Hochzeit hatte. Was sind unsere heutigen Hochzeiten im Vergleich zu jenen? Nur lächerliche Parodien. Wir verbinden mit dem Zeremoniell nicht mehr jene Wichtigkeit, die es vor Jahren hatte, nicht mehr jene sakramentalische Bedeutung, keine Erinnerung. Früher wurde der Mensch einmal geboren, einmal heirathete, einmal starb er; die Ehe war ein unauflöslicher Knoten. Darum wurde auch die Hochzeit von einem so großen und feierlichen Zeremoniell begleitet, wie Geburt und Tod, zwischen welchen sie den Punkt bildete, der das Leben in zwei Epochen teilt. Freilich wurde früher auf der Hochzeit nur pro forma vom Herzen gesprochen; aber die religiösen Begriffe, die Ueberzeugung von Pflichten, die von der jetzigen verschiedene Lebensweise sicherten den Frieden, die Eintracht und die stille und dauernde Zuneigung, die wir noch oft zwischen greisen Ehepaaren bewundern, wenn sie den Modernen unseres Jahrhunderts zum Hohne dienen. Voreinigen Jahrhunderten, da gab es an den Höfen der Großen Hochzeiten per excellentiam.  Die bloße Erinnerung daran leuchtete den Verehelichten wie ein Stern im Leben; sie sprachen lange von jenem glänzenden Tage, der sie verbunden hatte. Es war ein frohes, üppiges, erhabenes Fest nach nationellem Ritual, das unerschütterlich stand, ein Ritual voller Symbole, die sich heute nur in den niederen Volksklassen erhalten haben.

Eben von einer solchen alten Hochzeiten wollen wir reden. Nicht beschreiben etwa – denn  wer denkt sich nicht die ganze Feierlichkeit – das Bankett und die Reden und die Kanonendonner und die Musik und die gefühlvollen Segnungen der Alten? Sondern wir wollen bei dieser Hochzeit ein besonderes Intermezzo hervorheben, das zur Geschichte von Dubno gehört.

Der Fürst Konstantin Basyl Ostrogski,[14] Wojewode von Kiew, Marschall von Wolhynien, Starost von Wlozimier, ein Magnat, berühmt durch seine Reichthümer und seine Frömmigkeit, der Besitzer des reichsten Fürstenthums dieses Landes, bereitete in seinem Schlosse zu Dubno seiner Pflegetochter Beata Dolska die Hochzeit mit dem Fürsten Solomerzki.

Alles war in Bereitschaft zu dem feierlichen Akt, welcher im Schlosse vollzogen werden sollte. Zahlreiche Gäste von fern und nah, Verwandte, Freunde, Nachbarn und der dem Hause wohlgesinnte Kleinadel hatten sich eingefunden, und die Schloßhöfe waren von dem Geräusche der Wagen, Pferde und Dienerschaft erfüllt. Selbst in den Straßen der Stadt sammelte man Gäste, und das Thor wurde nicht geschlossen.

Es war der Morgen des Hochzeitstages – der Himmel war trübe und die Erde schneebedeckt. Jeder Winkel des herrschaftlichen Schlosses hatte ein hochzeitliches Ansehen. Alles war in Bewegung, tummelte, putzte sich und erzählte.

Die Männer in den Zimmern weideten sich an einem bescheidenen Frühstück, weil es nicht Sitte des 16ten Jahrhunderts war, namentlich in vornehmen Häusern, Würfel zu spielen und sich am Morgen zu betrinken, und sprachen über Krieg, Turniere und Pferde. Der Fürst Solomerezki, eine junge, bleiche, blauäugige, behende Figur, nahm nur selten am Gespräch Theil und antwortete stets mit einem stillen Lächeln.

An der Schwelle des Saales stand in einem nachlässigen Reise-Anzuge ein gewaffneter Kosak aus der Ukraine, mitaufgezogenem Visir, einem Drahthemde, einem Säbel, einer Jantschare, einem Bogen mit Pfeilen, einem Messer am Gürtel, einem Beutel Kugeln, einem großen Paradetuche, einem ledernen Wasserbeutel, einer Säbeltasche, einer Kahaika (Kantschu), mit langen seidenen Schnüren behangen, einem Pulverbeutel und anderen Kleinigkeiten am Gürtel und auf der Schulter, also in der vollständigen alten Kosakenrüstung. Seine  Miene war trübe und nachdenkend, Alle fragten ihn und flüsterten, und er antwortete langsam, aber dreist in seiner Muttersprache. [15]

Also – rief Einer aus dem Haufen – wieder Tataren? Hast Du Nachricht? – Freilich sind Nachrichten da, so wie jeden Winter – versetzte er Kosak – kaum steht der Sand und sind die Flüsse gefroren, so spricht man auch von den Tartaren. Sie ziehen durch die Thäler verstohlen nach Dubno.  – Wie viel sind Ihrer? – Das weiß Gott, der uns diese Plage schickt. Auf dem Marsche verkriechen sie sich, sind sie her, so werden sie sich in Rauchwolken hüllen und ihren Weg mit Grabhügeln beschütten. Jetzt verwahren sie sich, wie Kröten, daß sie Niemand erblickt, vielleicht sind sie schon im Raubthale. – Ist der Zug lang? – Gewiß, wie sonst, viel Henkersknechte und noch mehr Pferde; denn bei ihnen kämpfen auch die Pferde, wenn bei uns selbst die Leute es nicht alle mögen. – Hat sie Jemand gesehen, oder ist’s ein Wintermährchen? – Manchmal waren’s Mährchen; aber jetzt ist es anders. Wer sich fürchtet, kann weit sehen, und in der Steppe haben Menschen bemerkt, daß ein Tatarenschwarm ganz im Stillen heranzieht. – Die Furcht hat große Augen – versetzte der Hofpage des Fürsten – man muß auf bessere Kundschaft ausschicken.

Hiermit endete das Gespräch; der Ukrainer sprang hinaus auf sein Pferd. Der Fürst schickte seine Kosaken-Mannschaft nach den von den Tataren gewöhnlich besuchten Thälern auf Kundschaft.

Die Kunde von den Tataren war bald durch das ganze Schloß gedrungen, und Alles zitterte; denn die Tartaren, welche dieses Land so oft mit Schwert und Feuer vernichtet hatten, waren ihnen furchtbarer, als alle Plagen des zürnenden Himmels.

Um die Hochzeit nicht zu stören, verbot der Wojewode, vor den Frauen von diesem Gerücht zu sprechen. Das war gerade die Weise, es desto eher zu ihren Ohren zu bringen. Alle hatten so geheimnisvolle Mienen, flüsterten so leise, schlugen sich mit den Armen, schärften die Säbel, besahen die Rüstung und zeigten das in der Tiefe wurmende Geheimnis so deutlich, daß die Frauen es sehr unzweifelhaft ahnten. Die Gattinnen fragten zunächst unter dem Siegel der Verschwiegenheit ihre Männer, was denn da vorgehe, dann die Freundinnen untereinander, und bald genug war die Neuigkeit im Kabinet der Braut, wo dieselbe nach Altslawischer Sitte mit hängenden Haaren saß.

Ich weiß nicht, wie ich die Braut beschreiben soll. Sie war weder schon, noch sogar anziehend. Eine hohe, bleiche, schwarzäugige, ernste Gestalt, wiewohl noch jung, war sie vollkommen verschieden vom Manne, der neben ihr einer verkleideten  Frauensperson glich. Aus ihren Augen strahlte ein lebendiges Feuer, Mannhaftigkeit, Standhaftigkeit und Trotz. Die erhabene, glatte, ruhige Stirn schien große Gedanken und die Geheimnisse einer schönen Seele einzuschließen. Die kleinen, geschlossenen, bleichen, wortkargen Lippen öffneten sich selten zu einem gleichgültigen Lächeln. Was konnte, wird man fragen, ein so verschiedenartiges Paar verbinden??

Nun – die Speculation der Verwandten und deren Wille. In ihren Herzen ging nichts vor, keine Leidenschaft, keine Neigung näherte sie einander. Ihre Hände berührten sich nicht und beben selbst vor dem Altar vereinigt nicht einmal. Sie waren einander gleichgültig, aber sie gingen ruhig das Bündniß ein; denn sie hatten keinen Widerwillen gegeneinander und die damalige Sitte, daß der Verstand, nicht die Leidenschaft Ehen schließt, hatte sie längst schon zu solchem Bündnisse vorbereitet.

Als die Dienerinnen Beatens vor Angst um sie her zu seufzen begannen und nicht mehr an die Geschmeide und die goldenen Nadeln dachten, fragte jene endlich, wie aus einem Traum geweckt: Was ist geschehen, daß ihr weint? – Bis jetzt nichts – entgegnen sie – aber man sagt – der Fürst Wojewode hat nur verboten, davon zu sprechen – daß ein ungebetener Gast zur Hochzeit kommt. – Wer ist es? – Die Tataren. – Sie kommen hierher?

Ach! gewiß hierher! ein großer Schwarm! O, wie ich mich fürchte, wie ich diese Tataren fürchte – seufzte sie weiter. Solche wüthende Ungeheuer mit den platten Nasen und den schwarzen blinzelnden Augen und den abstehenden Ohren, die blind geboren werden, wie die Hunde, und von Pferdefleisch leben und nicht an die Dreifaltigkeit glauben! o, wie fürchte ich sie!

Alle schwiegen und glaubten ihren Worten.

Sie würden uns ergreifen und in das Serail ihres Sultans schicken, die schmutzigen Heiden – sprach Eine. Ach, obgleich man Wunder davon erzählt, wolle uns doch unser gekreuzigter Gott vor dieser Lustbehüten und vor aller heidnischen Sünde, weil nach jenem Glauben, wie Vater Makarp sagt, die Weiber keine Seele haben.

Was? Agrippina, - rief die Fürstin, - die Weiber haben keine Seele? wie sollten sie leben? Wahrhafte heidnische Blindheit!

Und  solchen Leuten können wir in die Hände fallen!  - flüsterten die Mädchen, - wenn uns das Schloß nicht schützt!

Wer? Wir? versetzte die  Fürstin; - giebt’s denn hier keine Mauern, keine Kanonen und Leute mehr? Oder giebt’s kein Wasser in der Ikwa und keine Gürtel am Kleide, um sich vor ihren Augen zu ersäufen oder zu erwürgen, wenn das Schloß fällt?

Aber es sind ihrer Viele!

Unserer sind wenig, und mit uns ist unser Gott! und wir werden kämpfen auf unserem Todtenacker!

Bei diesen feurigen Worten, die so unerwartet von den Lippen der Jungfrau sprangen, trat der Wojewode ein.

Vivat, Herrin! rief er, ihre Stirn küssend. So müßten alle denken und sprechen, und die Tataren würden uns nie ein Haar krümmen. Aber, Fürstin, jetzt sind sie noch weit, und wir haben erst dunkle Nachrichten über sie. Laß uns indessen an die Hochzeit denken. Die Schloß-Kanonen, wie sie das Vivat donnern! Sie mögen kommen, wir werden sie gut empfangen, bei Christi Wunden!

In der That war auch in Dubno nichts zu fürchten; denn für die damalige Art des Krieges waren die Umschanzungen, welche später selbst Chinielnicki nicht erobern konnte, sicher genug. Rings umgeben vom Wasser der Ikwa und großen Teichen, von tiefen Gräben und Mauern, konnte es sich lange gegen ein Heer vertheidigen, das nicht mit Kanonen heranzog. Es war eben so schwierig, das Schloß auszuhungern, und die Tataren mochten wegen eiliger Rückmärsche es niemals versuchen.

Während im Schlosse über die Tataren gesprochen wird, die Dunkel sich lösen und es zu tagen anfängt, während die boten nach der Stadt eilen und die Bürger und Juden mit den Tataren schrecken, putzt man in der Schloßkirche den Altar zur Trauung und bereitet in den Sälen das Fest, welches der Trauung vorhergehen soll.

O! wo sind jene alten gastlichen Banketts, wo der Herr und sein Diener, sein Hund und sein Pferd aufgenommen wurden mit dem, was im Hause war!

Die heutigen Enkel der alten Slawen nahmen schon die fremden, kalten, berechneten Sitten an. – Ehemals mußte der Egoismus sich verstecken und schämen; heute prahlt er mit sich.

Erwägt, wie das Hochzeitsfest beim Fürsten Wojewoden seyn mußte, der zehn Millionen jährlicher Einkünfte hatte, der einen der ältesten Wojewoden als Hofmarschall hatte und ihm 70.000 Gulden bezahlte, daß er nur an Festtagen hinter seinem Stuhle stand; - dessen gewöhnliches Gefolge aus zweitausend Jünglingen des Kleinadels bestand.

Im großen Festsaale, an dessen reich verzierten Wänden Familien-Gemälde und Kriegs-Trophäen hingen, waren in Hufeisengestalt lange Tische aufgestellt und mit dreifachen, goldgestickten Decken belegt, worauf die Vorspeisen schon aufgereiht waren. Hinter einer Balustrade glänzte der silberne Kredenzbecher, hinter welchem Berge von anderem Gold- und Silbergeräth hervorstrahlten.

Ueber der Eingangsthür standen auf einer von Säulen gestützten Gallerie Musik und Sängerknaben.

An einem Fenster des Saals stand ein besonderer Tisch für den Hof-Vielfraß Bohdan gedeckt, der täglich für Dreißig aß und auch seinen Arm  mit Dreißigen messen konnte. Es war für ihn eine solche Menge gekochtes und gebratenes Fleisch aufgetragen, daß man es unmöglicher Weise  glaubte, es solle dies ein Mensch von mittlerer Statur und nicht gerade zu feistem Körperbau allein verzehren.

Die Gäste gingen in den Speisesaal, - nur die Braut zeigte sich nicht. Die Höflinge und Diener folgten den Herren, um sich an deren Tisch zu stellen. Zuerst reichte man den Gästen dem Range nach eine große goldene Schale, die Hände zu waschen, und zum Trocknen ein an den Enden mit Perlen und Gold besetztes Tuch. Der Hofmarschall ließ die Gäste sich setzen, und man nahm die erste Speise, die aus Fleischstückchen bestand, welche in vierfacher Sauce, in gelber, rother, schwarzer und grauer, schwammen. Drei Vorschneider bedienten an jedem Tische. Zu den Braten und Gemüsen waren Gewürze hingestellt, wie auch nationaler Senf und Essig und Sauerkohl. Die Gäste aßen wenig, legten aber die Teller aufgehäuft voll und gaben sie den hinter ihnen stehenden Dienern, welche die Gerichte sofort an Ort und Stelle verspeisten. Vor jedem Gaste stand ein silberner Teller unter einer kleinen Serviette und ein vergoldeter Löffel. Vom Anfange trank man nur Bier aus langen Gläsern.

Als zweites Gericht wurden verschiedene Wildbraten, Vögel und Fische aufgetragen. Außerdem die jetzt so verachteten Erbsen und unsere heimatliche Grütze. Das dritte Gericht bestand aus lauter Leckereien. Hier erst begannen die Toaste auf das künftige Glück der Verehelichten, wobei Jeder leeren Becher machte.

Als der Wojewode endlich den Becher an die Lippen nahm und die Musik mit den Wörtern sich zum Toast vereinigte, erscholl auf dem Hofe plötzlich eine Stimme: „Nicht Vivat, wir schreien Hurrah!“ – Der Ruf versteinerte die Gäste. Jener Kosak stürzte bleich in den Saal.

Fürst! – rief er,  - Tataren! Und er fiel vor Angst und Ohnmacht zu Boden.

Alle erhoben sich von den Tischen. Geräusch und Verwirrung im ganzen Schlosse. Alle riefen: Tataren! Tataren! Der Fürst Solomerezki lief in das  Zimmer seiner Verlobten.

Zu Pferd und Säbel gehe! – rief sie dem Geängsteten zu und verschwand.

Schreckensvoll stiert er zum Fenster hinaus. Hinter dem Wasser der Ikwa sieht er den Tatarenschwarm sich heranwälzen, der die Kosaken nach der Stadt vor sich hertrieb, die vom Wojewoden auf Kundschaft geschickt waren. Die Zahl konnte wegen der vielen Handpferde, welche die Kosaken gewöhnlich mit sich führen, nicht erkannt werden. Der Zug kam immer näher. Der Fürst selbst lief in den Hof.

Hier wurden Pferde gesattelt, die Kanonen vor die Schießscharten gestellt, die Brücken aufgezogen. Das Volk aus der Stadt und den Vorstädten drängte sich, Hülfe rufend, in die Schloßthore und führte Hausvieh, Pferde und Wagen mit sich.

Im Kloster wurde die Glocke gezogen. – der Schrecken war unbeschreiblich. Der Fürst stand kalt und unbeweglich auf dem Hofe und gab, seinen Bart streichend, Befehle. Alles Gesinde der anwesenden Gäste bestieg die Pferde und war gewaffnet. Der Fürst Solomerezki stand schweigend beim Wojewoden und sah diesem in die Augen.

Indessen war der Tatarenschwarm nahe am Schlosse und verbreitete sich über die verlassenen Vorstädte. Ein Haufe derselben stürzte sich an die Mauern und schickte seine Pfeile als die Vorboten des Kampfes in die Höfe.  Andere schüttelten die langen
Stricke, womit sie die gefangenen wegführen wollten, und zeigten sie denen auf den Schloßmauern.

Das Wagenzelt stand im Thale; die Wagen wurden mit schwachen Häuten überschlagen. Das alles geschah in unglaublicher Schnelligkeit; aber die im Schlosse sahen ziemlich ruhig diesen Vorbereitungen zu. Es wurde nur heißes Wasser bereitet, Steine herbeigeschafft, die Kanonen geladen und die Mannschaft an die Seite gestellt, wo der Andrang der Feinde am leichtesten war.

Der Anblick des Schlosses war jetzt ganz anderer Art, als eine Stunde vorher. Die Frauen beteten in den verstecktesten Zimmern und in der Kirche, rangen die Hände und weinten. Die muthigeren steckten sich ein Messer hinter den Gürtel.

Während die Pfeile der Tataren immer dichter vor die Füße fallen und Alle im Hofe noch den Sturm erwarten, läuft plötzlich Jemand von der Schloßtreppe und stürzt unter den Haufen.

Die Pfeile umsausen Euch, und Ihr steht noch mit gefalteten Händen?

Bei diesen Worten sahen Alle auf, selbst der Fürst.

Wer sprach dort?

Die Fürstin.

Sie hatte das Haar gebunden und Trauerkleider angelegt, trug ein gewichtiges Schwert, das sie im Waffenzimmer gefunden hatte, und lief zu einer Kanone,  welche auf das Thal gerichtet war. Vor ihr tummelt sich der ganze Tatarenhaufe; zu ihren Ohren dringen die wilden Rufe; sie sieht ihre gespannten Bogen, ihre glänzenden Säbel, ihre Wagen und Pferde, darunter das Zelt des Khans, der, im Glanze der untergehenden Sonne dasitzend, noch einmal den Halbmond seiner Stirn schimmern lässt und den Kreuzen der Kirche droht. Bei diesem Anblick steht die Fürstin Beata und scheint leise zu beten. Alle schweigen, nur Bohdan, der Vielfraß, ladet die Kanone; die Fürstin selbst richtet sie, reißt die brennende Lunte aus den Händen des Dieners, legt auf - - 

Und ein lauter Schall erdröhnt durch die Luft, die Kugel saust ins Thal. Vor Rauch ist nichts zu sehen. Der Abendwind verjagt den Raucht. Die Fürstin klatscht in die Hände und fällt auf die Kniee. Das Zelt des Khans ist fort, der goldene Mond liet an der Erde; die erste Kugel hatte ihn niedergeschmettert, und vielleicht nicht die Kugel, sondern das Gebet Beatens.

Aus dem Lager der Tataren wurde ein furchtbares Geschrei gehört; man sieht, wie sie streiten, fliegen zusammenrücken, und wie sie mit neuer Wurth sich aufs Schloß werfen.

Fürstin! – schrie Einer aus dem Haufen, - Du hast ihren Khan getötet; sie hauen uns Alle in die Pfanne!

Beata sah mit Schweigen und Verachtung nach Jenem, befahl Bohdan, die Kanone zu laden, und die  Tataren, welche so emsig auf das Schloß gekommen waen, begannen nach ein paar Kanonenschüssen, sich zurückzuziehen, ihr Lager abzubrechen, die Wagen zu bespannen – und jagten eilends davon.

Als man in der Entfernung beim Mondlicht noch die schwärzliche Schaar sehen konnte, schüttelte die Fürstin den Staub vom Kleide, wischte den Schweiß von der Stirn und rief zum Wojewoden: Jetzt könnten wir in die Kirche!

Wir wollen! Sprach der Wojewode, sie mit Ehrfurcht ansehend;  - Du hast uns gerettet! [16]

 

*Anmerkung zur Quelle der Publikation "out-of-copyright": vgl.  www.wikisource.org.

Anmerkung zum Autor:

Józef Ignacy Kraszewski, geb. 28.7.1812 in Warschau, verstorben 19.3.1887 in Genf, lebte zeitweise in Shitomir/Wolhynien  http://saebi.isgv.de/biografie/Jozef_Kraszewski_%281812-1887%29

 

weitere Auszüge aus der Reisebeschreibung:  http://www.myvolyn.de/historische-publikationen/kraszewski-reise-1841-2.html

 

Foto aus:  Dr.  M. Orlowicz   Ilustrowany Przewodnik po Wolyniu   Luzk 1929

Polnische digitale Bibliothek >>  http://dlibra.umcs.lublin.pl/dlibra  -  lizenzfrei für private Zwecke

 


[1] Anm.: Władysław von Warna (auch Wladislaus von Warna, Wladislaus III. von Polen und Ungarn; polnisch Władysław III. Warneńczyk, ungarisch I. Ulászló, kroatisch Vladislav I., litauisch Vladislovas III Varnietis, lateinisch Ladislaus; * 31. Oktober 1424 in Krakau; † 10. November 1444 bei Warna, Osmanisches Reich, heute Bulgarien) war ab 1434, als Władysław III., König von Polen und ab 1440, als Ulászló I./Vladislav I., König von Ungarn und Kroatien; Quelle: wikipedia

 

[2] Anm.: Stephan Báthory (ungarisch István Báthory [ˈiʃtvaːn ˈbaːtori], polnisch Stefan Batory, litauisch Steponas Batoras; * 27. September 1533 in Szilágysomlyó, Ungarn, heute Rumänien; † 12. Dezember 1586 in Grodno, Polen-Litauen, heute Weißrussland) war 1571–1576 gewählter Fürst von Siebenbürgen und ab 1576, als König von Polen und Großfürst von Litauen; Quelle: wikipedia

 

[3] Anm.: Sigismund II. August (polnisch Zygmunt II. August, litauisch Žygimantas Augustas; * 1. August 1520 in Krakau, Polen; † 7. Juli 1572 in Knyszyn, Polen), war ab 1529 Großfürst von Litauen, ab 1530 König von Polen und ab 1548, nach dem Tod seines Vaters, Alleinherrscher. Er war ab 1569 der erste Regent des Staates Polen-Litauen; Quelle: wikipedia

 

[4] Anm.: Kasimir der Jagiellone (als Herzog Kasimir IV., als Großfürst von Litauen Kasimir I., als König von Polen Kasimir II., genannt Jagellonicus, litauisch Kazimieras Jogailaitis, polnisch Kazimierz IV Jagiellończyk?/i; * 30. November 1427 in Krakau, Polen; † 7. Juni 1492 in Grodno, damals Großfürstentum Litauen, heute Weißrussland) war ab 1440 Großfürst von Litauen und ab 1447 König von Polen; Quelle: wikipedia

 

[5] Anm.: Kodifikation des litauischen Rechts im Großfürstentum Litauen aus den Jahren 1529, 1566 und 1588, ein seinerzeit modernes Rechtswerk und eine Sammlung des Gewohnheitsrechts im damaligen Osteuropa des sechzehnten Jahrhunderts ; Quelle: wikipedia

[6] Anmerkung: K. beschreibt hier das altüberlieferte Fabelwesen „Basilisk“

[7] Anm.: Ende des ersten Teils in der Ausgabe Nr. 130 vom 29.10.1841

*) Verfasser bemerkt ein charakteristisches Dictum einer Polnischen Frau: Ich lasse Messe lesen, schlage das Kreuz, damit dich nur der Teufel holt. – Prächtige Auffassung von Religion!

**) Der gefeierte Held der Schwedenkriege

[8] Anm.: Gromada  (dt. „Haufen“) = damals Gremium der dörflichen Selbstverwaltung in Polen;  Quelle: wikipedia

 

[9] Anm.: Aleksander Franciszek Chodkiewicz (* 4. Juni 1776 in Tschornobyl, Polen-Litauen; † 24. Januar 1838 in Młynów, Gouvernement Wolhynien, Russisches Kaiserreich) war ein polnisch-litauischer Adeliger, General, Politiker, Forscher (in Chemie und Technik) und Dichter aus dem Adelsgeschlecht der Chodkiewicz. Quelle: wikipedia

[10] Anm.: Stefan Czarniecki (* 1599; † 16. Februar 1665 im Feldlager Sokolowko, in der Nähe von Brody, Königreich Polen, heute Ukraine) war ein polnischer Adeliger und Feldhetman der polnischen Krone. Durch seine militärischen Erfolge gegen die Schweden, während des Schwedisch-Polnischen Krieges von 1655-60, wurde er zum Nationalhelden. Quelle: wikipedia

 

[11] Anm.: Andrzej Tadeusz Bonawentura Kościuszko (* 4. Februar 1746 in Mereszowszczyzna, Polesien, Polen-Litauen, heute Weißrussland; † 15. Oktober 1817 in Solothurn, Schweiz) war ein polnischer Adeliger, Nationalheld, General und Anführer des nach ihm benannten Aufstandes gegen die Teilungsmächte Russland und Preußen im Jahr 1794. Quelle: wikipedia

[12] Anm.: Ende des 2. Teils in der Ausgabe 131 vom  1. November 1841

[13] Anm.: Conrad Malte-Brun, eigentlich Malthe Conrad Bruun (* 12. August 1775 in Thisted auf Jütland; † 14. Dezember 1826 in Paris) war ein dänisch-französischer Geograph. Quelle: wikipedia

[14] Anm.: Konstanty Wasyl Ostrogski,  2. Februar 1526 – 13 (23) Februar 1608; Quelle: wikipedia

[15] Anm.: Ende des dritten Teils in der Ausgabe Nr.132 vom  3. November 1841

[16] Anm.: Ende des vierten Teils in der Ausgabe Nr. 133 vom  5. November 1841